Die Metaphysik des Bewusstseins

Zoomposium-Interview mit Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ: „Die Metaphysik des Bewusstseins“

„Die Metaphysik des Bewusstseins“

Ein Zoomposium-Interview mit Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ, dem renommierten deutschen Philosophen und Jesuitenpater, der seit 2003 Professur für Philosophie an der Hochschule für Philosophie München mit den Schwerpunkten Metaphysik, Philosophie des Geistes und Sprachphilosophie innehält. 

Das Interview kann man hinsichtlich seiner Thematik als zweigeteilt betrachten.

Im ersten Teil befragen wir Professor Brüntrup hauptsächlich zu den Möglichkeiten einer Neuen Metaphysik des Bewusstseins, die sich aus seinen philosophischen Positionen bezüglich des liberalen Naturalismus, der Prozessphilosophie nach Alfred N. Whitehead und eines Panpsychismus ergeben.

Im zweiten Teil gehen wir auf Professor Brüntrups selbsterlebte Nahtoderfahrungen ein, die wir in einen thematischen Zusammenhang zu seinen zuvor genannten philosophischen Positionen als Möglichkeit einer Neuen Metaphysik des Bewusstseins in Form eines Neuroskeptizismus bringen.

 

Interviewfragen: „Die Metaphysik des Bewusstseins

1. Herr Prof. Brüntrup in der Philosophie des Geistes besteht nach wie vor eine Erklärungslücke zwischen dem phänomenalen, bewussten Selbst und den physikalistischen neuronalen Aktivitäten.

  • Können Sie diese Erklärungslücke mit Hilfe Ihrer Position des liberalen Naturalismus füllen oder bedarf es nicht sogar einer Neuen Metaphysik des Bewusstseins?

2. In Ihrer Forschungstätigkeit haben Sie sich sehr viel mit der Prozessphilosophie von Alfred North Whitehead beschäftigt, die sich von einer entitätsbasierten Metaphysik vollständig gelöst hat und nur noch Prozesse als Grundlage sieht.

  • Wie kann man mit Hilfe der Prozessphilosophie das phänomenale Bewusstsein beschreiben?
  • Oder könnte die Prozessphilosophie neue Impulse für eine Metaphysik der Bewusstseinsforschung in den kognitiven Neurowissenschaften liefern?

3. In zahlreichen Interviews und Ihrem Auditorium-Podcast „Nahtoderfahrung und das Leib-Seele-Problem‟ gehen Sie auf Ihre selbst erlebte Nahtoderfahrung (NTE) ein.

  • Ergeben NTEn einen Sinn in einem naturalistischen Weltbild oder ist hierdurch eine ganz neue Sichtweise auf die Konstitution von Bewusstsein notwendig?
  • Inwiefern könnten empirische Befunde zu diesem Thema vielleicht für einen Neuroskeptizismus sprechen?

4. Nahtoderfahrungen (NTE) stellen ein doppeltes Rätsel dar. Zunächst wäre zu klären, warum es sie überhaupt gibt. Danach käme die Frage, wie ihr semantischer Gehalt, der ja nicht beliebig ist, zustande kommt.

  • Lassen sich beim jetzigen Wissensstand Folgerungen aus dem semantische Gehalt von NTEn ziehen?
  • Wie beurteilen Sie den Stand der Nahtodforschung?
  • Können sich Ihrer Einschätzung nach Forscher auf diesem Gebiet engagieren, ohne Ihren Ruf zu gefährden oder als Esoteriker abgestempelt zu werden?

Das Interview „Die Metaphysik des Bewusstseins “ mit Herrn Professor Dr. Godehard Brüntrup, das ich mit meinem sehr geschätzten Blogger-Kollegen Axel Stöcker von „Der Blog der großen Fragen“ geführt habe, ist in voller Länge auf unserem gemeinsamen Youtube-ChannelZoomposium“ erschienen unter folgendem Link:

https://youtu.be/hoqiI_TElv4

© Der Blog der großen Fragen, philosophies.de

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8 thoughts on “Zoomposium-Interview mit Prof. Dr. Godehard Brüntrup SJ: „Die Metaphysik des Bewusstseins“

  1. Ich sehe hier weniger analytische als vielmehr methaphorische Philosophie. Der Panpsychismus verallgemeinert die menschliche Psyche unnötig auf die gesamte Materie, anstatt hier Symmetriebrüche zu formulieren. Dabei benennt Herr Brüntrup ein allgemeineres Prinzip, das allem Leben zu eigen ist, mit seinen Worten als Fähigkeit zur Rezeption. Diese Rezeptionsfähigkeit muss man aber hinsichtlich der phylogenetischen Stufen vom Einzeller bis zum ZNS spezifizieren und da ist für das ZNS der Begriff des Mentalen reserviert. Schließlich erledigen Einzeller und Mensch den Austausch mit der Umwelt auf unterschiedliche Arten. Ich finde hier den Begriff Strukturbildung insofern sinnvoller, da Leben Umwelt nicht rezipiert, sondern transformiert, und zwar in für sich adäquate Strukturen, also Ordnung in seinem Sinn, und zwar aus der für es zunächst als Rauschen erscheinden Umwelt. Es ist übrigens das Hirn, welches das beim Menschen erledigt. Zwar bin ich als Subjekt nicht nur mein Gehirn (natürlich nicht), sondern mein ganzer Körper. Aber es ist das Gehirn, das mich meinen ganzen Körper erleben lässt. Auch hier sollte man analytisch trennen.

    Die Ausweitung dieser Rezipierbarkeit auf die gesamte Materie berücksichtigt die besondere Organisationsform von Materie bezogen auf Leben gerade nicht, für den Panpsychismus ist das alles ein Quark.

    Seine Kritik am Strukturenrealismus teile ich, denn Relationen ohne Entitäten machen keinen Sinn, etwa x ist größer als y ist Unsinn, wenn man x und y wegnimmt.

    Brüntrup will den cartesischen Dualismus überwinden, sagt auch, das Mentale und das Physische wären zwei Seiten derselben Entität (ich sage, es ist ein und dieselbe Seite, nur aus zwei Perspektiven), proklamiert dann aber den Geist als einziges ontisches Prinzip, also Dualismus pur. Das tritt auch an den berichteten NTEs zutage.
    Sollte meine Ausdrucksweise zu schroff rüberkommen, bitte ich um Nachsicht.

    1. Ist nicht das Leben bereits die Transformierung dessen, was möglich ist und der Mensch versucht dies zu belegen?
      Woraus erwächst der Mensch, aus dem Herz oder aus dem Hirn?
      Entwickelt sich nicht durch das Herz ein Gehirn für das Leben, in das es hineingeboren wird?
      Wie tauschen sich Herz und Hirn über das Leben aus?
      Gibt es dafür bestimmte Vorschriften, damit sie sich auch wirklich über die Aktualität eines Wissensstandes informieren
      können, oder unterliegt das der X-Beliebigkeit?
      Die menschliche Organisationsform ist Demokratie im Körper all dessen, was in seiner geistigen Verfassung zu diesem
      Ordnungssystem berufen ist.
      Entität liegt meines Erachtens in der Einheit all derer, die fähig sind, die Union nicht nur als solche zu verifizieren, also
      wissenschaftlich belegbar darstellen zu können, sondern Entität fällt durch ihren Erkenntnisgewinn auf dessen
      Identität zurück.
      Dualismus herrscht, bis er in seiner Union endet, die durch ihre Substanz aus einem (neuen) Herz hervortritt.

      Ihre Ansichten über diesen Beitrag zum Bewusstsein sind sehr interessant! Ich glaube jedoch, sie basieren auf dem Austausch unter Menschen, die ihr Bewusstsein nicht als substanzielles Gemeingut einer ganzen Menschheit sehen wollen, sondern ihm ein gewisses Ideal zuschreiben oder auch abverlangen. Dieses Ideal existiert in seiner Substanz schlicht und ergreifend nicht, das Bewusstsein müsste es erst erzeugen.

      Wie sie unschwer erkennen können, will ich auf Gott hinaus, denn ohne ihn bleibt unser Herz der Substanz enthoben und führt nicht zu seinem Gedächtnis. Mit Gott hätte es sein Ziel erreicht und würde an den Aufgaben der Gegenwart scheitern. Durch Jesus erhält dieses Ziel einen neuen Lebenssinn, den es in seiner Einheit als sie Substanz begleitet, die ihren Entwicklungsprozess fördert. So erkennt der Mensch durch Jesus seine eigene Substanz und fördert ihren geistigen Anspruch durch sein Herz zutage. Ich glaube, wir, die Menschheit, stehen gerade am Anfang dieser Entwicklung durch das Bewusstsein aus ihrer Substanz. Substanz endet nicht, solange sich ihre Vorgaben nicht verändern und bei Gott bleibt, was ihm in seiner Einheit bereits zugeschrieben ist.

      1. Liebe Roswitha Steffens,

        vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Fragen, die ich mit großem Interesse gelesen habe und auf den ich hier kurz antworten möchte.

        Bezüglich Ihren Fragen hinsichtlich der „Transformierung“ des „Lebens“ oder dem Verhältnis von „Herz und Hirn“ würde ich ebenfalls eher von einer „Union“ ausgehen. Die Konstitution des Bewusstseins lässt sich aus meiner Sicht nur im Zusammenhang mit dem Phänomen sehen, da es sich meiner Meinung nach ebenfalls um einen autopoietischen Prozess handelt, der mit Hilfe des Konzeptes der Verkörperung („embodiment“) oder Einbettung in die Umwelt („embeddedness“) beschrieben werden kann.

        Dieser neurophilosophische Ansatz wird auch Thema unseres nächsten Interviews mit dem Karl-Jaspers-Professor für Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie Prof. Dr. Thomas Fuchs von der Universität Heidelberg nächste Woche sein, auf das ich hier aber schon einmal hinweisen möchte. Insofern soll hier kein „Austausch unter Menschen, die ihr Bewusstsein nicht als substanzielles Gemeingut einer ganzen Menschheit sehen wollen, sondern ihm ein gewisses Ideal zuschreiben oder auch abverlangen“ stattfinden, sondern im Gegenteil der „Erkenntnisgewinn“ soll ein größeren Menge Menschen ganz im Sinne der „Demokratie“ zugänglich gemacht werden. Das einzige „Ideal“, was hier benötigt wird, ist die Philosophie als Liebe zur Suche nach Wissen.

        Und wenn hierzu Gott benötigt werden sollte, ist dies auch kein Hindernis. Im Gegenteil, der Glaube ist etwas sehr Wichtiges, aber zugleich auch etwas sehr Persönliches und Privates im Leben eines Menschen. Inwiefern er allerdings in der Wissenschaft oder Forschung eine Rolle spielen sollte, lasse ich gerne jedem Menschen persönlich anheim gestellt.

        Vielen Dank für Ihr Interesse und
        viele Grüße

  2. Der Begriff ‚Panpsychismus‘ (Leib-Seele-Problem) kommt bei A.N. Whitehead nirgendwo vor und ist in dem Zusammenhang mit Whiteheads Prozssmetaphysik m.E. äußerst unglücklich/missverständlich gewählt.

    Whitehead selber nennt seine neue prozessmetaphysische Perspektive an einer Stelle mal „organistischer Realismus“ – in dem Sinne, dass er den materialistischen Begriff des statischen Stoffes durch den Begriff der fließenden Energie ersetzt.
    Und er sagt: „Die mathematische Physik übersetzt die Aussage Heraklits: ‚Alles fließt‘ in ihre eigene Sprache. Sie wird dann zu : Alle Dinge sind Vektoren. Die mathematische Physik akzeptiert auch die atomistische Lehre Demokrits. Diese übersetzt sie in die Formulierung: Aller Energiefluss unterliegt Quantenbedingungen…“ (A. N. Whitehead, Prozess und Realität, 1987, stw 690)
    etc.

    Wenn Whitehead von der Bipolarität, dem physischen und geistigen Pol eines ‚wirklichen Einzelwesens‘ (oder wirklichen Ereignisses) spricht, steht ‚geistig‘ zunächst keineswegs für (bewusst) mental, sondern meint bereits jedwedes vektorielle Streben/Vorliebe/Wahl/Option eines solchen (z.B. weisen Moleküle innerhalb eines tierischen Körpers gewisse Besonderheiten auf, die außerhalb eines tierischen Körpers nicht festzustellen sind).

    Whitehead unterscheidet 4 Stufen von ‚wirklichen Ereignissen‘:
    wirkliche Ereignisse im sog. leeren Raum,
    wirkliche Ereignisse, Momente in der Lebensgeschichte dauerhafter, nicht lebender Objekte, (Elektronen oder andere einfache Organismen)
    wirkliche Ereignisse als Momente in den Lebensgeschichten dauerhafter lebender Objekte,
    wirkliche Ereignisse als Momente in den Lebensgeschichten dauerhafter Objekte mit bewusster Erkenntnis.

    In seiner ‚Theorie des Erfassens‘, des Empfindens und der Empfindungen und der höheren Phasen der Erfahrung entwickelt Whitehead den Erkenntnisvorgang als einen von der unmittelbaren Erfahrung abgeleiteten, immer weiter sich entfernenden Abstraktionsprozess, an dessen Ende erst das Bewusstsein von etwas (ent)steht. Sinnliche Erfahrung bringt zwar geistige Operationen mit sich, diese müssen jedoch nicht Bewusstsein enthalten; das Bewusstsein ist erst Produkt einer komplizierten Integration…
    etc.
    ….

    Whitehead stellt die Natur als einen umfassenden interaktiven Wirkzusammenhang dar; als ein grenzenloses, wechselseitig sich bewirkendes Energie-Beziehungsgeflecht. Die Natur ist reine Aktualität; wirklich ist, was geschieht, und außer Geschehnissen/Ereignissen gibt es nichts. Jedes Ereignis ist Konkretisierung; was sich ereignet, hinterlässt Spuren, zeigt Wirkung, bis in die molekularen, atomaren und subatomaren Vorgänge hinein. Die Natur wird zu einem lebendigen Theater voller Wechselbeziehungen von Aktivitäten und Ereignissen. Der Mensch ist nicht mehr isoliertes Subjekt in einer fremden, entfremdeten, befremdenden Natur (Kant), sondern vor aller Bewusstheit immer schon konkret mit ihr verbunden, vertraut, von ihr durchdrungen, von ihr abhängig.
    Pointiert: Für Kant taucht die Natur/Welt aus dem Subjekt auf. Für Whitehead taucht das Subjekt aus der Natur/Welt auf.
    ….

    Und was den armen Stein angeht mit dem heftigen Verhalten von Molekülen in seinem Innern, so ist er prozessphilosophisch gesehen natürlich auch ein nexus von wirklichen Ereignissen, deren vektorielle Vorlieben/Freiheiten allerdings überschaubar sind…

    etc.

    Bleiben Sie bitte neugierig auf Whitehead! Sein organistischer prozessphilosophischer Ansatz bietet überraschende Möglichkeiten, sich auch der Bewusstseinsproblematik neu zu nähern!

    Gruß aus Berlin,
    Maria Reinecke

    „Das Leben liegt in den Zwischenräumen“

  3. Impulse:
    Metaphysik des Bewusstseins
    ‚Leere Räume – ‚Zwischenräume‘ – Vakuum Quantenfluktuationen etc.

    Im Blog AKADEMIE OLYMPIA von Christian Bührig habe ich ein höchst beeindruckendes, sensationelles Video entdeckt: den Vortrag von Prof. David Tong über „Quantenfelder: Die wirklichen Bausteine des Universums“: eine m.E. unabdingabare, allgemein verständliche, physikalisch-mathematische Grundlage/Voraussetzung für jegliches Nachdenken über eine ’neue Metaphysik‘ (auch eine Metaphysik des Bewusstseins, wenn wir so wollen) im XXI. Jahrhundert.
    https://cbuphilblog.wordpress.com/2017/12/05/prof-david-tong-quantenfelder-die-wirklichen-bausteine-des-universums/

    Ich möchte einen Aspekt aus dem Vortrag herausgreifen, der mir besonders wichtig erscheint, nicht zuletzt in Zusammenhang mit dem frühen, kühnen prozessmetaphysischen Denkansatz von A. N. Whitehead: ‚leere Räume‘, Vakuumstrukturen, in denen NICHTS mehr an Teilchen ist, in denen es dennoch ‚hoch hergeht’… Stichworte: physik. Feld, Vakuum Quantenfluktuationen, s. David Tong, Zeitleiste 21:25 etc.

    Bleiben wir bei den ‚leeren Räumen‘ – den ‚Zwischenräumen‘:
    Alfred N. Whitehead (1861-1947) ist der erste Philosoph/Metaphysiker, der die ‚leeren‘ Räume in lebenden Strukturen als Zwischenräume (interstices) bezeichnet und ihnen eine grundlegende Bedeutung beimisst, indem er sie mit der physikalischen Feldtheorie und den Wechselwirkungen des elektromagnetischen Feldes in leeren Räumen in Zusammenhang bringt. Bereits 1929 schreibt Whitehead in seinem Hauptwerk ‚Prozess und Realität‘ (stw 690, Frankfurt a. M. 1987) den kaum beachteten Satz:
    „Das Leben liegt in den Zwischenräumen jeder lebenden Zelle und in den Zwischenräumen des Gehirns verborgen“; und er meint das nicht metaphorisch, sondern wirklich. (a.a.O. S. 206 f)
    etc..

    Finden (Ich-)Bewusstseinsprozesse auch in ‚leeren Räumen‘ – ‚Zwischenräumen‘ statt?
    Der Biologe und Hirnforscher Gerhard Roth weist auf die ‚leeren‘ Räume, ‚Zwischenräume‘ hin; er räumt ein, dass man zwar schon „ziemlich gut die Vorgänge auf der zellulären und molekularen Ebene“ der aktiven Gehirnzentren verstünde, dass „das größte Rätsel (ist) aber das Geschehen dazwischen“ sei („Aus Sicht des Gehirns“, Suhrkamp 2003). Und für den Hirnforscher Antonio Damasio liegt das „Geheimnis“ des Bewusstseins gerade in der Interaktion neuronaler und chemischer Signale, die sich zwischen den Zellen und den Hirnregionen abspielen, („Descartes‘ Irrtum“, Berlin 2006). Der Neurowissenschaftler Joseph LeDoux konstatiert provokant: „Wir sind unsere Synapsen“ („Das Netz der Persönlichkeit“ Patmos, 2003) – was letztlich soviel heißt wie: wir sind unsere/die Zwischenräume, denn die Synapsen sind ja die Zwischenräume zwischen den Hirnzellen, durch die diese Zellen kommunizieren; was nun aber genau in den Synapsen geschieht, damit wir uns als Selbst empfinden können, bleibt auch bei ihm rätselhaft.
    Eines ist gewiss: In den ‚leeren‘ Räumen/’Zwischenräumen‘ geschieht Wesentliches; sie gilt es zu erforschen!

    Oktobergrüße,
    Maria Reinecke

    „Das Leben liegt in den Zwischenräumen“

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