In der Kürze liegt keine Würze

In der Kürze liegt keine Würze – über die Unzulänglichkeit der verkürzten Medien

In der Kürze liegt keine Würze – über die Unzulänglichkeit der verkürzten Medien

„We… Kü… denn des Wi… ….le ist,

Weit…keit der Leib und …re,

fass ich m… ku….

In der Kü… liegt die Wü…..“

Wer diese Verse in ihrem „gerütteltem Maß“ nicht verstanden haben möge, wird sich wohl in guter Gesellschaft befinden. Einer der Gründe wird wohl in der extremen Verkürzung der Wörter zu finden sein. Es handelt sich bei dem „geshredderten Werk“ um ein vielleicht nicht so bekanntes Zitat, dass man aber bestimmt unter dem stark verkürzten AphorismusIn der Kürze liegt die Würze“ kennen mag. Die Verse stammen „aus der Feder“ des Großmeisters der „Sprachdrechselei“, William Shakespeare. Für den vollen „Sprachgenuß“ und als „kleiner Gruß aus der Küche“, daher hier zunächst noch einmal die „ungekürzte“ Version der „Buchstabensuppe“:

„Weil Kürze denn des Witzes Seele ist,

Weitschweifigkeit der Leib und äußre,

fass ich mich kurz.

In der Kürze liegt die Würze.“

(Quelle: Shakespeare, Hamlet, 1601-1602, Erstdruck (evtl. Raubdruck) 1603. 2. Aufzug, 2. Szene, Polonius)

Dieses Zitat stammt übrigens aus dem Stück „Hamlet“, wo sich der werte Herr Shakespeare über 166 Seiten in 5 Akten in aller dramatischer Länge ausgelassen hat. Das hätte er vielleicht aber auch kürzer hinkriegen können und „auf den Punkt kommen können“ ;-). Der folgende Essay soll sich aber ebenfalls nicht in die epische Länge ziehen, daher hier noch einmal kurz und knapp, denn es heißt ja nicht umsonst „Abstract“.

Abstract

Im Folgenden möchte ich einmal kurz auf ein schon länger um sich greifendes Medien-Phänomen eingehen, welches mir aber in letzter Zeit schon häufiger über den Weg gelaufen ist. Es geht darum, dass angeblich in „der Kürze die Würze liegt“. Bei meinen Studien in Social Media war mir nämlich eine besondere Form des Reduktionismus (allerdings im wörtlichen Sinne) aufgefallen, der schon hart an der Grenze zur „Sinnentleerung“ oder „inhaltlichen Verstümmelung“ ist.

In den einschlägigen Gruppen auf Social Media gehörte es z. B. schon seit Längerem zum guten Ton, wenn es Posts gab, die eine Längen von 3 Sätzen überschritten, ein “TL:DR“ („too long, did‘nt read“ = zu lang, hab‘s nicht gelesen) zu kassieren. In den Kommentaren mag diese Regel ja noch durchaus Sinn machen, in den Beiträgen hat es sich mir häufig verschlossen, wie es gelingen kann einen komplexen Sachverhalt, wie er sich z. B. in der Philosophie häufig darbietet, in 3 Sätzen „kurz zu fassen“. „Gibt es den Freien Willen? Ja…, Nein…, Vielleicht…“

Die Beiträge, in denen es „gelungen“ schien, waren meist so stark verkürzt, dass der Inhalt an der Grenze zur Belang- bis Sinnlosigkeit war. Der Effekt der „bedingslosen Konsumtion“ von„fast food“ schien hier nahtlos auf das „fast read“ und „fast think“ in den Text–Medien übertragen worden zu sein. Alles, was nicht in 3 Sekunden „kickt“, hat „ver…ckt“ (der Kürze sei Dank, dass ich das Wort nicht ausschreiben musste 😉).Den meisten ist dies auch schon „fast egal“.

In den visuellen Medien, wie z. B. Videos auf „YouTube“ scheint das „fast look“ ebenfalls schon länger angekommen zu sein. Videos werden lieber als „Shorts“ oder „Reels“ angeboten, da Medieninhalte, die eine Länge über 60 Sekunden überschreiten, scheinbar nicht mehr kommensurabel sind. Das „Aufmerksamkeitsfenster“ der Zuschauer:innen scheint stark limitiert zu sein und sich bereits nach höchstens 3 Minuten unweigerlich zu schließen.

Ich darf dies behaupten, da ich die Sehlänge unserer Videos in unserem „YouTube-Kanal“ einmal ausgewertet habe. Der Effekt scheint auch nicht mit dem Spannungsverlauf der Inhalte oder der Qualität der Interviewfragen zu korrelieren (wäre ja wohl noch schöner 🙄). Er scheint allgemeinerer Natur zu sein und kann in einem noch verstärkterem Maße auf „TikTok“ oder „SnapChat“ beobachtet werden. Okay, diese Video-Plattformen waren selten als „Bildungskanal“ in Erscheinung getreten. „Süße Kätzchen“, „Schmink-/Beauty-Tipps“ oder „Pleiten, Pech & Pannen“ lassen sich wahrscheinlich auch in 3 Minuten darstellen, wobei diese meinerseits als schon als zu lang empfunden werden.

Natürlich ist „Aufmerksamkeit“ in unserer auf „Zeitoptimierung“ und „Effizienz“ ausgelegten Arbeits-, aber auch Lebenswelt ein sehr kostbares Gut geworden. Alles, was vermeintlich „Zeit kostet“, wird tunlichst vermieden, da ja angeblich „Zeit, Geld ist“ seit Henry Fords „Fließband“. Also erwarten wir auch eine „Information/Unterhaltung am Fließband“.

Aber um einen tieferen Einblick in eine bestimmte Thematik zu erhalten, nutzt auch kein „Swipen“. Es “bleibt nichts hängen“ beim „Wischen“. Kantskategorischer Imperativ“ in seiner ganzen Tiefe der Komplexität seiner Ethik wird auf die „Goldene Regel“ reduziert: „Was Du nicht willst, das man Dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu!

Vielleicht geht es aber auch gar nicht mehr um „informative Inhalte“, sondern nur noch um „amüsante Unterhaltung“. Im Sinne eines „Tinky-Winky aus dem Laalaa-Land“ wird „Dipsy“ vor lauter „Ah oh“ einfach auch irgendwann einmal „Tippsy“. Wir amüsieren uns bis an die „Schmerzgrenze“ der „bewusstlosen Unterhaltung“ (s. „Die Informationsgesellschaft 2.0 – Wir informieren uns zu Tode“). Oder wer hat es schon einmal geschafft eine „Doku-Soap“ im „Scripted Reality“-Format, wie z. B. „Auf Streife“ (SAT1), oder „Hartz und herzlich“ (RTL2) in voller Länge zu schauen, ohne „von Übelkeit gepackt“ zu werden oder in einem „bewusstlosen Dämmerzustand“ zu versinken?

Wer allerdings meint das Niveau könnte nicht mehr weiter sinken, weil der Boden der Sinnentleerung schon erreicht sei, kann sich eines Besseren belehren lassen. Dies ist leider ein „Fass ohne Boden“, da sich der Inhalt noch weiter senken lässt. Vielleicht ist es aber auch einfach nichts anderes als eine weitere Facette der „Dialektik der Aufklärung“ (s. „Die Dialektik der Aufklärungen – es werde endlich Licht!“), der man sich trotz oder wegen der vielen Informationen auch mal eine gewisse „Seichtheit“ im Sinne eines „Wir amüsieren uns zu Tode“ (s. o.)  wünscht. Einfach mal an nichts denken und wie gelingt dies besser als mit Inhalten, die einfach nichts enthalten. Die Agnotologie kann hier ihre „fröhliche Urständ feiern“.

Nein, keine Angst. Dieser Essay ist auch keine der alten Larmoyanzen im Sinne eines kulturbeflissenen Feuillotonisten, der sich mal wieder über den „Untergang des Abendlandes“ echauffiert. Es geht mir mehr um eine urteilsfreie Beschreibung des „Status Quo, der allerdings mit einem Aufruf zu mehr Inhalten verbunden ist. „Where’s the beef?“, wie es in einem amerikanischen Werbespot der 80er Jahre einmal gefragt wurde. Ich hätte einfach gerne einmal etwas mehr „mehr Fleisch in die Töpfe“, denn in „der Kürze liegt nun einmal keine Würze“.

Hiermit sei auch ausdrücklich keine Form der „Weitschweifigkeit“ gemeint, zudem der Autor leider auch schon des Häufigeren zum Leidwesen seines näheren Umfeldes neigt ;-). Denn wie der „Großfürst der pointierten Formulierung“, Johann Wolfgang von Goethe richtig bemerkte: „Getretener Quark wird breit nicht stark“. „Salbadermäßiges Geschwätz“ wird wohl auch keine(n) Zuhörer(-innen)/Leser(-innen) finden. Aber dass es wenigstens gestattet sei, einen Gedanken mal zu Ende zu denken/auszuführen, ohne sofort gemaßregelt zu werden sofort „auf den Punkt zu kommen“, im Sinne eines „cogitatio interruptus“ 😜. Ich komme jetzt aber mal auf den besagten „Punkt“ und mache mal einen, damit ich mir nicht wieder später anhören muss, dass mein Essay zu lang geworden ist (PUNKT!). Jetzt aber wirklich Schluss, definitiv! (PUNKT!)

Ich bin immer mit meiner „Diogenes-Lampe“ unterwegs, um Menschen zu finden, die sich auch nach ein wenig „Licht der Erkenntnis“ sehnen. Also wenn Ihr eigene Beiträge oder Posts für meinen Wissenschaft-/Philosophie-Blog habt, immer her damit. Sie werden mit Eurem Namen als Autor auf meiner Seite veröffentlicht, so lange sie den oben genannten Kriterien entsprechen. Denn nur geteiltes Wissen ist vermehrtes Wissen.
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Heinz Luediger
24 Tage zuvor

Kleine Richtigstellung: Nicht reduzierbar!

Ich hatte den kategorischen Imperativ und die Goldene Regel als potentiell zum gleichen Ziel führend beschrieben, aber nur der Goldenden Regel Durchführbarkeit zugebilligt, weil sie sich als Negation einer positiven Darstellbarkeit entzieht (der überbordende staatliche Regulierungswahn ist mein Zeuge). In einem längeren Passus habe ich dann argumentiert, warum beide Regeln NICHT aufeinander reduzierbar sind.

Heinz Luediger

Dirk Boucsein
Dirk Boucsein
24 Tage zuvor
Reply to  Heinz Luediger

Hallo Heinz,

vielen Dank für Deinen Kommentar, dem ich voll und ganz zustimmen kann.

Ganz genau das wollte ich damit auch zum Ausdruck bringen, dass der „kategorische Imperativ“ nicht auf die „Goldene Regel‘ reduzierbar ist. Dann habe ich jetzt von Dir „amtlich“ 😉.

Viele Grüße
Dirk

Bernd Stein
Bernd Stein
24 Tage zuvor
Reply to  Dirk Boucsein

Lieber Dirk,
ich ertappe mich allerdings dabei, durch Herumswitchen auf dem bildgebenden Medium meines Handys in den von Dir treffend beschriebenen bewußtlosen Dämmerzustand zu geraten, der sehr angenehm ist, weil ich mich dann den vielen sinnlosen An- und Überforderungen des Alltags kurzfristig einmal entziehen kann. Man darf nicht unterschätzen, dass gerade intelligente Menschen gerne auch einmal Blödsinn machen, um das Gleichgewicht zwischen Sinn und Unsinn des alltäglichen Daseins wiederherzustellen, was ja letztendlich der von Dir beklagten Sinnentleerung entgegenwirkt. Da darfst eigentlich nicht verlangen, dass immer nur knapp und klug diskutiert wird, ich behaupte: dumme Reden und Sprüche sind auch nötig. Früher konnte man auf dem Kloo in der Kneipe solche Sprüche an der Wand lesen, und kam erheitert heraus, heute da nur gähnende Leere und keine Heiterkeit, stattdessen überall Schilder zum Sauberhalten. Wenn alles sauber ist, kann ich meine Widerstandskräfte nicht entwickeln.Also, wenn ich ehrlich bin: lese lieber dumme Sponti-Sprüche statt Schilder zum Sauberhalten. Wenn dieser Quatsch auf dem Handy nicht mehr da wäre, würde ich etwas vermissen – ganz ehrlich gesagt. Quatsch muss sein, oder nicht?
Grüße Bernd

Dirk Boucsein
Dirk Boucsein
22 Tage zuvor
Reply to  Bernd Stein

Lieber Bernd,

vielen Dank für Deinen freundlichen Kommentar und Deine bemerkenswerte Offenheit.

Du hast natürlich vollkommen Recht, wenn Du darauf hinweist, dass ein Abschalten mit Hilfe von sinnleeren Medieninhalten durchaus mal sein darf. Das mache ich natürlich auch schon mal. Und Du triffst die Sache auch auf den Kopf, wenn Du meinst „dass gerade intelligente Menschen gerne auch einmal Blödsinn machen, um das Gleichgewicht zwischen Sinn und Unsinn des alltäglichen Daseins wiederherzustellen“.

Im Gegenteil, ich bin davon überzeugt, dass wir uns viel zu wenig trauen, auch mal vermeintlichen Unsinn zu machen. Dafür müssen Fachleute in den „think tanks“ schon mal eine „rote Mütze“ aufziehen, damit sie sich trauen auch mal etwas auf den ersten Blick „Blödsinniges“ zu sagen, was auf den zweiten Blick durchaus zu kreativen Lösungen geführt hat (s. „Erfindung des Internets“).

Ich würde mich viel lieber für eine „dionysische Wissenschaft“ oder „heitere Wissenschaft“ im Sinne Nietzsches aussprechen mit mehr Mut zum „Unkonventionellen“, denn nur „tote Fische schwimmen mit dem Strom“ und „breit getretene Wege führen auch nicht immer zum Ziel“.

In diesem Sinne „hoch die Tassen“ und mehr Mut zum „Unkonventionellen“.

Herzliche Grüße
Dirk

Lornz Lorenzen
Lornz Lorenzen
17 Tage zuvor

Wahre Worte. Gut beobachtet. NIcht nur in vielen Medien spüre ich diese Tendenz zur Verkürzung, sondern auch in Gesprächsrunden mit manchen Zeitgenossen, die auf die Uhr schauen, wenn man man überhaupt nur anhebt einem einfachen Hauptsatz einen Nebensatz anfügen zu wollen. Danke. Reicht schon!. Ps:Fröhliche Wissenschaft finde ich gut!! 😉

Dirk Boucsein
Dirk Boucsein
16 Tage zuvor
Reply to  Lornz Lorenzen

Moin Herr Lorenzen,

vielen Dank für Ihren freundlichen Kommentar und bemerkenswerten Hinweis.

Das sehe ich absolut genauso wie Sie und ist mir auch schon aufgefallen. Die Tendenz zur „Kurzatmigkeit“ oder „Verkürzung“ macht auch im alltäglichen Leben keinen Halt. Es gibt gefühlt kaum noch Mitmenschen, die zuhören können. Oder im Sinne des „Shannon-Weaver-Empfänger-Sender-Modells“ könnte man auch sagen, es gibt fast nur noch „Sender“, aber keine „Empfänger“ mehr.

Das ist mir zum Beispiel auch auch bei den leidlichen „Messenger-Diensten“ aufgefallen. Alle Welt schickt nur noch „WhatsApps“-Nachrichten, selbst am Geburtstag. Eigentlich könnte man die Mikrofon-Funktion am Handy ausschalten, da eh kein Mensch mehr telefoniert. „Kommunikation“, die per definitionem dann ja keine mehr ist, besteht nur noch aus Senden. Eine Antwort, geschweige denn ein Gespräch wird nicht erwartet.

Und dies spiegelt sich meines Erachtens auch in den Diskursen im real life wider, wie Sie es richtig beschrieben haben. Es geht nur noch um das „Versenden“ von „short messages“.

Aber wir werden uns nicht unterkriegen lassen. Auf Ihrem sehr lesenswerten „Pepper-Blog“ zeigen Sie ja auch das es anders gehen kann👍‍. Apropos, wenn Sie mal Lust haben, würde ich auch gerne mal einen Gastbeitrag von Ihnen hier veröffentlichen wollen.

Liebe Grüße
Dirk

Heinz Lüdiger
Heinz Lüdiger
15 Tage zuvor
Reply to  Dirk Boucsein

Hallo Dirk,

kleiner formaler Verbesserungsvorschlag: „awaiting for approval“ ist doppelt gemoppelt. Entweder: awaiting approval oder waiting for approval.

gruß,

Heinz

Dirk Boucsein
Dirk Boucsein
11 Tage zuvor

Dear Robbie,

thank you very much for your friendly and very remarkable comment and the “comprehensiveness” with which you responded to my post. This is indeed no longer the rule, but the exception. I would therefore like to acknowledge your very valuable comments accordingly and respond to them appropriately.

Yes, I have also observed this effect on social media quite often. As I wrote, a “TL:DR” has often been thrown at me. I always ask myself what people actually expect in a group that is supposed to deal with philosophy, for example. Maybe some “memes” with “bearded ancient Greeks” who say funny little sayings? Or “cat videos” linked to the question of the “meaning of life”? I don’t know either.

But I do think that Neil Postman’s cultural criticism from the 1980s, such as in “We amuse ourselves to death – forming judgments in the age of the entertainment industry” (1985) and “The technopoly – the power of technology and the incapacitation of society” (1991), was right or is more relevant than ever. Incidentally, I had already written an older essay on this subject, “Die Informationsgesellschaft 2.0 – Wir informieren uns zu Tode” (https://philosophies.de/index.php/2021/10/31/die-informationsgesellschaft/), which I would like to refer you to if you are interested.

Incidentally, I am just as critical as you are of your precise observation regarding the use of modern technologies such as the “dumb phone”. Incidentally, I’m also annoyed in my everyday life that nobody uses the “mobile phone” to “phone” anymore. Actually, the thing could be better called “mobile type”, because I almost only get messenger messages and nobody makes phone calls anymore. In terms of the “Shannon-Weaver receiver-transmitter model”, you could also say that there are almost only “transmitters”, but no more “receivers”. “Communication”, which by definition is no longer communication, consists only of sending. A reply, let alone a conversation, is not expected.

But I’d better call it a day before I’m accused of being “long-winded” again ;-).

Many thanks for your interest and
best regards
Dirk

Dirk Boucsein
Dirk Boucsein
10 Tage zuvor

Hallo S.,

vielen Dank für Deinen freundlichen Kommentar und desillusionierende, aber präzise Beschreibung der momentanen Situation.

Ich habe leider auch noch kein Patent-Rezept gefunden, wie man komplexe (noch nicht einmal komplizierte) Inhalte so aufbereiten und darstellen kann, dass sie allgemeinverständlich sind und trotzdem noch den Inhalt korrekt wiedergeben werden kann. Es wäre schön, wenn mir mal einer den „Stein der Weisen“ vorbeibringen könnte ;-).

Allerdings als noch viel schlimmer empfinde ich es, dass eine gewisse Gleichgültigkeit, Ignoranz, Schnoddrigkeit sich immer mehr breit macht, wie Du es richtig beschrieben hast: „streben nach wissensgewinn, also nach horizonterweiterung, liegt eigentlich im wesen des menschen. wer keine ansprüche ans leben stellt, schöpft seine fülle mmn“.

Wo sind die großen Ziele der Aufklärung hin? Wir haben zwar ein tolles „Kant-Jahr“ zu seinem 300. Geburtstag, stecken aber mitten in der „Dialektik der Aufklärung“, wozu ich auch mal einen älteren Essay „Die Dialektik der Aufklärungen – es werde endlich Licht!“ (https://philosophies.de/index.php/2021/10/19/die-dialektik-der-aufklaerung/) geschrieben habe, auf den ich an dieser Stelle gerne verweisen möchte.

Gottseidank gibt es aber doch noch Menschen, wie Dich. Also ist die Hoffnung doch noch nicht ganz verloren.

Vielen Dank für Dein Interesse und
viele Grüße
Dirk

Dirk Boucsein
Dirk Boucsein
7 Tage zuvor

Hello Ivy,

thank you very much for your kind comment and feedback.

Yes, unfortunately I agree with you. We are increasingly subject to a self-created time dictate that forces us into a supposed time economy. Unfortunately, there is no time left to really grasp the content, which leads more and more to a fragmentation of knowledge, as it is only superficial.

I have already written an older essay on this subject entitled „The information society 2.0 – We inform ourselves to death“ (https://philosophies.de/index.php/2021/10/31/die-informationsgesellschaft/), which I would like to refer to again here.

But it’s nice that there are still exceptions, like you, who take a little more time to take a closer look.

Thank you for your interest and
best regards
Philo