Science Relation

Science Relation – Wenn wissenschaftliche Exzellenz sichtbar wird

Science Relation – Wenn wissenschaftliche Exzellenz sichtbar wird

Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit einer Frage, die mir in Gesprächen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern immer wieder begegnet: Warum bleibt so viel exzellente Forschung außerhalb der Fachwelt nahezu unsichtbar? Während innerhalb der Scientific Community klar definierte Maßstäbe wie der Hirsch-Index oder Zitationsraten über Einfluss und Relevanz entscheiden, spielt sich die öffentliche Wahrnehmung von Wissenschaft nach ganz anderen Regeln ab – und oft leider auch ohne Bezug zu tatsächlicher Qualität.

Genau an diesem Punkt setzt meine Initiative Science Relation an. Sie ist aus der Überzeugung entstanden, dass wissenschaftliche Exzellenz nicht im Fachjournal enden sollte. Denn so wichtig peer-reviewte Publikationen und Zitationen für die interne wissenschaftliche Kommunikation sind – sie erreichen nur einen vergleichsweise kleinen Kreis. Die gesellschaftliche Wirkung von Forschung entsteht jedoch erst dort, wo sie sichtbar, verständlich und anschlussfähig wird.

Zwischen Zitation und Sichtbarkeit

In der klassischen Wissenschaftslogik gilt: Was häufig zitiert wird, gilt als relevant. Doch Zitationen messen primär Wirkung innerhalb eines eng definierten Diskurses. Die Öffentlichkeit – ebenso wie Medien, Politik oder potenzielle Förderer – orientiert sich hingegen an Sichtbarkeit, Auffindbarkeit und Verständlichkeit. Hier entsteht eine Lücke, die viele Forschende vor Herausforderungen stellt: Hervorragende Inhalte sind vorhanden, erreichen aber nicht die entsprechenden Zielgruppen.

Mit Science Relation versuche ich, genau diese Lücke zu schließen. Es geht dabei nicht um Vereinfachung im Sinne einer inhaltlichen Verkürzung, sondern um strategische Übersetzung: Wie lassen sich komplexe Forschungsthemen so darstellen, dass sie sichtbar werden, ohne ihre Substanz zu verlieren? Wie können wissenschaftliche Profile digital auffindbar und anschlussfähig gemacht werden?

Wissenschaftskommunikation als strategische Aufgabe

Was in anderen Bereichen längst selbstverständlich ist – etwa in der Wirtschaft oder im Kulturbereich – gewinnt auch in der Wissenschaft zunehmend an Bedeutung: professionelle Öffentlichkeitsarbeit. Forschung muss heute nicht nur gut sein, sondern auch kommuniziert werden. Und diese Kommunikation folgt eigenen Regeln, insbesondere im digitalen Raum.

Science Relation versteht sich daher als strukturierter Ansatz für Wissenschaftskommunikation. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Welche Inhalte sind relevant für welche Zielgruppen? Über welche Kanäle lassen sie sich sinnvoll verbreiten? Und wie lässt sich die Wirkung dieser Kommunikation messbar machen?

Dabei spielen auch neue Konzepte wie „Human SEO“ eine Rolle – also die gezielte Ausrichtung von Inhalten nicht nur auf Suchmaschinen, sondern vor allem auf die Bedürfnisse realer Menschen: Leserinnen und Leser, Journalistinnen und Journalisten, Kooperationspartner und Förderinstitutionen.

Forschung sichtbar machen – ohne sie zu verzerren

Ein zentraler Anspruch meiner Arbeit ist es, wissenschaftliche Inhalte sichtbar zu machen, ohne sie zu trivialisieren. Denn genau hier liegt oft die Sorge vieler Forschender: dass komplexe Zusammenhänge in der öffentlichen Darstellung verzerrt oder missverständlich werden.

Diese Sorge ist berechtigt – und zugleich ein Argument dafür, Wissenschaftskommunikation nicht dem Zufall zu überlassen. Wer die Darstellung der eigenen Forschung nicht aktiv gestaltet, überlässt sie anderen. Science Relation setzt genau hier an: als Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Präzision und öffentlicher Verständlichkeit.

Die Wirkung von Science Relation:

  1. Erhöhte öffentliche Wahrnehmung:
    Wissenschaftler werden nicht nur innerhalb ihres Fachgebiets wahrgenommen, sondern auch von der breiten Öffentlichkeit, von potenziellen Förderern und von Medien. Ich sorge dafür, dass die Forschungsthemen der Wissenschaftler über die Fachgrenzen hinweg sichtbar werden und wichtige gesellschaftliche Diskussionen anstoßen.
  2. Gezielte Positionierung in der Medienlandschaft:
    Durch die meine strategisch-gezielte PR-Arbeit wird der Ruf der Wissenschaftler gestärkt, was zu mehr Berichterstattung in relevanten Medien und damit zu einer stärkeren öffentlichen Präsenz führen kann. Dies schafft die Grundlage für zukünftige Kooperationen und neue Forschungsprojekte.
  3. Messbare Erfolge und Feedback:
    Science Relation bietet nicht nur eine hohe Qualität der Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch eine fundierte Auswertung der Maßnahmen. So können Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Wirkung der Öffentlichkeitsarbeit der Social-Media-Interaktionen nachvollziehen und auswerten. Dies bedeutet nicht nur Sichtbarkeit, sondern auch eine nachhaltige und messbare Wirkung.
  4. Neue Kooperationen und Fördermöglichkeiten:
    Mit einer besseren öffentlichen Wahrnehmung und einer gezielten Darstellung ihrer Arbeit eröffnen sich für Forschende neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Sichtbare Forschung zieht nicht nur das Interesse von Medien und der Öffentlichkeit an, sondern kann auch Türen zu neuen Drittmitteln und Fördermöglichkeiten öffnen.

Vom Wissen zur Wirkung

Letztlich geht es um eine einfache, aber entscheidende Einsicht: Wissen entfaltet seine Wirkung erst, wenn es geteilt wird. Oder anders formuliert: Nur sichtbares Wissen kann gesellschaftlich wirksam werden.

Science Relation ist mein Beitrag zu dieser Sichtbarkeit – für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die nicht nur forschen, sondern auch gehört werden wollen.

Weitere Informationen:
https://philosophies.de/index.php/science-relation/

Ich bin immer mit meiner „Diogenes-Lampe“ unterwegs, um Menschen zu finden, die sich auch nach ein wenig „Licht der Erkenntnis“ sehnen. Also wenn Ihr eigene Beiträge oder Posts für meinen Wissenschaft-/Philosophie-Blog habt, immer her damit. Sie werden mit Eurem Namen als Autor auf meiner Seite veröffentlicht, so lange sie den oben genannten Kriterien entsprechen. Denn nur geteiltes Wissen ist vermehrtes Wissen.
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Wolfgang Endemann
Wolfgang Endemann
12 Tage zuvor

Hallo, Dirk.

Ja, Denken und Wissen sollten in unserer menschlichen Wirklichkeit eine größere Rolle spielen. Vor allem in der Breite, beim Durchschnittsbürger, die geistige Ungleichheit ist schlimmer als die materielle. Beides, Denken und Wissen, beruht auf Kommunikation und Reflexion. Das Internet ist die Technologie, die die Kommunikation enorm gesteigert hat. Das vorliegende Diskussionsforum ist selbst ein Beleg für das Potential der Möglichkeiten, leider ist festzustellen, daß es sehr spärlich genutzt wird, offensichtlich kaum einen lebendigeren Austausch anzuregen vermag. Die Gründe liegen im gesellschaftlichen Umfeld, sind nicht individuell zu verantworten. Man kommt sich wie ein verblödetes Fossil, ein Dinosaurier vor, geschrumpfter Kopf, aufgeblähter Bauch, wenn man sagt: früher war alles besser. Dennoch ist die Wahrheit, daß der gesellschaftliche Prozeß kein linearer Fortschrittsprozeß ist, sondern Phasen der Regression kennt. Und es gibt naheliegende Gründe, uns in einer Regressionsphase zu sehen.

Wissenschaft sollte mehr Resonanz in der Gesellschaft haben. Aber ich denke, dabei nur ein Vermittlungsproblem zu sehen ist ein wenig zu einseitig, denn Wissenschaft muß sich auch mehr um die eigene Relevanz bemühen. Das Starren auf die formalen wissenschaftstechnologischen Kriterien ist am Ende kontraproduktiv. Wir verlassen uns zu sehr auf den eingespielten Prozeß, denken zu wenig gegen den Strich, vernachlässigen die kritische Reflexion. Das gilt für Sender und Empfänger in der Kommunikation. Wissen selbst wird zur Ideologie, wenn es sich nicht selbst reflektiert.

Können wir daraus Schlüsse ziehen, wie wir es hier besser machen können?

Dirk
Dirk
11 Tage zuvor

Hallo Wolfgang,

herzlichen Dank für Deinen sehr aufschlussreichen Kommentar und Dein Feedback, auf das ich gerne eingehen möchte.

Du hast zunächst einmal absolut Recht, wenn Du feststellst, dass „Denken und Wissen in unserer menschlichen Wirklichkeit eine größere Rolle spielen sollten.“ Auch Deiner Beschreibung, dass „beim Durchschnittsbürger, die geistige Ungleichheit schlimmer ist als die materielle. Beides, Denken und Wissen, beruht auf Kommunikation und Reflexion.“, stimme ich voll und ganz zu.

Schwieriger wird es mit dem Medium der Vermittlung: „Das Internet ist die Technologie, die die Kommunikation enorm gesteigert hat.“ Ja, allerdings eher nur die „Kommunikation“ und nicht die „Reflexion“, wie ich dies einmal in einem älteren Essay „Die Informationsgesellschaft 2.0 – Wir informieren uns zu Tode“ (https://philosophies.de/index.php/2021/10/31/die-informationsgesellschaft/) zu beschreiben versucht habe.

Daher teile ich auch Deinen „Laborbefund“:„Man kommt sich wie ein verblödetes Fossil, ein Dinosaurier vor, geschrumpfter Kopf, aufgeblähter Bauch, wenn man sagt: früher war alles besser.“, allerdings nicht unbedingt die anschließende „Diagnose“: „Dennoch ist die Wahrheit, daß der gesellschaftliche Prozeß kein linearer Fortschrittsprozeß ist, sondern Phasen der Regression kennt. Und es gibt naheliegende Gründe, uns in einer Regressionsphase zu sehen.“

Ich möchte hier nicht unbedingt eine „Regressionsphase“ sehen. Vielleicht ist es auch nur mein unerschütterlicher Glaube an das Gute im Menschen, oder wie ich es auch manchmal meine „Donquichotterie“ nennen, wenn ich wieder „mit meiner treuen „Rosinante“ über die „Campo de Criptana“ oder besser gesagt „Campo de medios sociales“ trabe, um gegen die „ungeheuren Riesen der wissenschaftlichen Institutionen“ und gegen den „metaphysischen Stillstand der Windmühlenräder der Wissenschaftstheorie“ auf den „Feldern der Sozialen Medien“ zu kämpfen“ (https://philosophies.de/index.php/2023/10/30/von-der-donquichotterie/).

Daher möchte ich mich ausdrücklich bei Dir für Deine Beiträge in meinem Kommentarbereich bedanken, da Du richtig konstatiert hast: „Das vorliegende Diskussionsforum ist selbst ein Beleg für das Potential der Möglichkeiten, leider ist festzustellen, daß es sehr spärlich genutzt wird, offensichtlich kaum einen lebendigeren Austausch anzuregen vermag. Die Gründe liegen im gesellschaftlichen Umfeld, sind nicht individuell zu verantworten.“

Dein Hinweis kann ich auch nur unterstützen: „Wissenschaft sollte mehr Resonanz in der Gesellschaft haben. Aber ich denke, dabei nur ein Vermittlungsproblem zu sehen ist ein wenig zu einseitig, denn Wissenschaft muß sich auch mehr um die eigene Relevanz bemühen.“ Das war auch Thema auf der „Wisskomm 26“ in Münster, an der ich teilnehmen durfte. Es geht darum, dass man die „Balance findet: zwischen Sichtbarkeit und Seriosität, zwischen Vereinfachung und Präzision, zwischen Aufmerksamkeit und Relevanz.“ (https://philosophies.de/index.php/2026/05/03/wissenschaftskommunikation/)

Daher möchte ich versuchen auf Deine Frage:„Können wir daraus Schlüsse ziehen, wie wir es hier besser machen können?“ möglichst präzise zu antworten. Ich denke ja, und vielleicht lassen sich aus Deiner Analyse tatsächlich ein paar konkrete Ansatzpunkte ableiten:

Zum einen scheint mir entscheidend, Reflexion wieder stärker gegenüber bloßer Kommunikation zu gewichten. Mehr Beiträge allein führen nicht automatisch zu mehr Erkenntnis – wichtig ist die Qualität der Auseinandersetzung. Daher sehe ich Deinen Einwand „daß es sehr spärlich genutzt wird,“ zunächst einmal gar nicht so kritisch. Mir ist eine reflektierte und fundierte Auseinandersetzung lieber als das „Gezwitscher“ in den Kommentarbereichen auf Social Media.

Zum anderen könnten wir versuchen, gezielter Anschlussfähigkeit herzustellen: also Themen so aufzubereiten, dass sie sowohl fachlich fundiert als auch für unterschiedliche Perspektiven zugänglich bleiben, ohne sie zu trivialisieren. Das heißt, vielleicht auch mal den „Terminus technicus“ so runterbrechen könnte, dass auch jeder „Nicht-Techniker“ mitkommen kann.

Ein dritter Punkt wäre, Dialogstrukturen aktiver zu gestalten. Offene Fragen, klare Thesen oder auch bewusste Kontroversen können eher dazu einladen, sich einzubringen, als rein darstellende Texte der eigenen Positionen. Mich würde es sehr freuen, wenn man einfach mal die Gegenposition einnehmen und nicht sofort als indiskutabel hinstellen würde.

Schließlich halte ich es für wichtig, Selbstreflexion als Teil der Diskussion sichtbar zu machen – also nicht nur Ergebnisse zu präsentieren, sondern auch Denkwege, Unsicherheiten und offene Probleme. Vielleicht auch mal einzelne Aspekte an der Gegenposition loben. Es fällt doch kein „Zacken aus der Krone“, wenn man nicht immer das Trennende, sondern auch mal das Verbindende herausstreicht.

Vielleicht liegt genau darin die Chance: nicht mehr Kommunikation zu erzeugen, sondern bessere Bedingungen für Resonanz und echtes Nachdenken zu schaffen.

Ich versuche übrigens zusammen mit einem befreundeten Blogger, Peter Müller von mueller-denkt.de, so ein gemeinsames Projekt, das wir „Denkkollektiv“ genannt haben, auf die Beine zu stellen.

Es soll kein „klassischer Verband“ oder „Kaninchenzüchter-Verein“ werden, sondern eher als verbindlicherer Zusammenhang: ein Kreis von Leuten, die Lust haben, Gedanken nicht nur zu veröffentlichen, sondern gemeinsam weiterzuentwickeln – auch im Widerspruch, auch über „längere Linien“ oder „Zeit:Räume“ hinweg.

Uns interessiert dabei vor allem:
– ob wir Themen einmal wirklich gemeinsam durchdenken können, statt sie parallel zu bearbeiten
– ob daraus etwas entsteht, das stärker in gesellschaftliche Zusammenhänge hineinwirkt
– und ob wir Formen finden, in denen Philosophie und Wissenschaft nicht nur reflektiert, sondern praktisch anschlussfähig wird.

Frei nach meinem Lieblings-Motto: „Auch Windmühlenräder können sich bewegen, wenn mehrere pusten 𖣘 !“

Nochmals vielen Dank für Deinen anregenden Beitrag und den wichtigen Impuls.

Liebe Grüße

Dirk

Wolfgang Endemann
Wolfgang Endemann
10 Tage zuvor
Reply to  Dirk

Uns verbindet wohl eine Verwandtschaft im Geiste. Danke für die Replik. Das Projekt „Denkkollektiv“ kann ich nur begrüßen und ihm Erfolg wünschen.

Das Medium der Vermittlung – ja, genau so war das gemeint, das Internet ist eine Technologie zur Steigerung der Kommunikation, aber wie alle Technologien mit einer Potenz zum Guten wie zum Schlechten, auch der Präzisionshammer bleibt ein leistungsstarkes Mittel, mit dem man vieles zerschlagen kann. Je stärker unsere Mittel werden, desto notwendiger wird die Reflexion auf den Mitteleinsatz und die sich (immer wieder unbemerkt) einschleichenden Folgewirkungen.

Zu meiner „Diagnose“: Sie ist ein aus sehr gegensätzlichen Tendenzen gebildetes Gesamturteil. Der gesellschaftliche Entwicklungsprozeß hat sich offensichtlich akzeleriert, uns steht kein jahrhundertelanges neues „Mittelalter“ bevor, aber in soziopolitischer Hinsicht ist die Entwicklung der Weltgesellschaft unter der Desintegration der „westlichen Welt“ von einer gemeinsamen Zielorientierung und Kooperation zu einer mißtrauischen, sich verfeindenden Überlebensgesellschaft eine katastrophale Regression. Auch ich glaube, daß es keine Jahrzehnte dauert, daß sich die Gesamtrichtung wieder ins Positive dreht, aber die Diagnose ist da, und auch die Diagnose über eine Wissenschaftsentwicklung, die besonders unter dem Eindruck der technischen Möglichkeiten der KI sich auf eben den auch von Dir kritisierten mechanisierten Routinebetrieb verengt hat, in dem Glauben, man könne auf Reflexion verzichten; das ist die alte, längst für überwunden gehaltene Wissenschaftsgläubigkeit durch technologische Machbarkeit.

Da müssen wir gegensteuern, die Algorithmen allein führen auf Abwege.

LG