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„Wenn der Schalter umgelegt wird: Eine neue Physik des Bewusstseins“ Gastbeitrag von Dr. Wolfgang Stegemann
Wolfgang war noch einmal an mich herangetreten, um diesen hier vorliegenden Gastbeitrag auf meiner Webseite zu veröffentlichen. Diesem Wunsch bin selbstverständlich sehr gerne nachkommen, da Wolfgang schon des Öfteren bei mir sehr gute Essays veröffentlicht hat und da das hier behandelte Thema vielleicht ganz gut zu den momentan stattfindenden Diskussionen in meinem Kommentarbereich passt.
Als Betreiber dieses Wissenschafts- und Philosophieblogs möchte ich mich natürlich aufgrund der gebotenen Unparteilichkeit nicht in die laufenden Diskussionen einmischen, habe allerdings auch eine dezidierte Meinung zu den Themen, die ich ja auch schon in meinen eigenen Essays oder auf Nachfrage darzulegen versucht habe.
Mit Wolfgang bin ich mir natürlich auch nicht immer in allen Punkten einig, da ich seine aus meiner Sicht zu starke Fokussierung auf das Gehirn nicht teilen kann, da dies aus meiner Sicht ein Internalismus „durch die Hintertür“ darstellt. Auch seine ablehnende Haltung gegenüber dem Strukturenrealismus kann ich nicht wirklich nachvollziehen, da sein Ansatz aus meiner Sicht eigentlich ebenfalls strukturenrealistische Elemente enthält.
Nichtsdestotrotz haben wir dennoch eine Menge gemeinsame Schnittpunkte, da ich sein Bestreben zur empirischen Naturalisierung, die Ablehnung des „pseudo-hard-problems“ als epistemologischen Kategorienfehler und den prozessual-dynamischen Aspekt des Phänomens „Bewusstsein“ voll und ganz teilen kann.
Daher freue ich mich nun den hier erschienen Gastbeitrag von Wolfgang zur Diskussion zu stellen.
Wenn der Schalter umgelegt wird: Eine neue Physik des Bewusstseins
von Wolfgang Stegemann
Seit Jahrhunderten stellen wir die falsche Frage. Wir fragen: Was muss zu einem Organismus hinzukommen, damit Bewusstsein entsteht? Auf der einen Seite der Körper, auf der anderen das Bewusstsein, und irgendwo dazwischen ein Rätsel, das Philosophen und Neurowissenschaftler bis heute nicht lösen konnten. Dieses Rätsel heißt das Schwere Problem des Bewusstseins, und es ist so formuliert, dass es prinzipiell unlösbar erscheint.
Aber vielleicht ist nicht das Problem das Problem. Vielleicht ist die Frage selbst falsch gestellt.
Die falsche Frage
Stellen Sie sich vor, jemand fragt: Was muss zu einer Lampe hinzukommen, damit Licht entsteht? Die Frage klingt vernünftig, aber sie enthält eine versteckte Annahme: dass Licht etwas ist, das von außen zur Lampe dazukommt, etwas Zusätzliches, das erklärt werden muss. In Wirklichkeit ist das Licht keine mysteriöse Zugabe. Es ist das, was passiert, wenn bestimmte physikalische Bedingungen erfüllt sind und jemand auf den Schalter drückt. Wir erklären nicht, warum Licht existiert, wir beschreiben den Mechanismus, der es aufleuchten lässt.
Genau so verhält es sich mit dem Bewusstsein. Die Frage, was zu einem Körper hinzukommen muss, damit Bewusstsein entsteht, enthält denselben Fehler. Sie setzt voraus, dass Bewusstsein etwas ist, das von außen hinzutritt, eine Art unsichtbarer Zusatz, der den Körper in ein erlebendes Wesen verwandelt. Diese Voraussetzung ist nicht nur unbegründet. Sie ist der eigentliche Ursprung des scheinbar unlösbaren Rätsels.
Die richtige Frage
Die richtige Frage lautet anders: Welche physikalischen Gegebenheiten lassen das Bewusstsein aufleuchten? Nicht warum gibt es Bewusstsein überhaupt, sondern unter welchen Bedingungen entsteht es mit derselben Notwendigkeit, mit der das Licht angeht, wenn der Stromkreis geschlossen ist?
Was meinen wir dabei mit Bewusstsein? Nicht etwas Geheimnisvolles. Bewusstsein ist der Zustand der Wachheit, in dem wir Schmerz und Freude empfinden, in dem wir uns in der Welt orientieren können, in dem wir über die Welt und über uns selbst nachdenken können. Es ist der Zustand, in dem es für uns ein Wie-es-sich-anfühlt gibt, ein Innen, das nicht einfach wegerklärt werden kann.
Die Frage ist nicht, ob dieser Zustand real ist. Er ist offensichtlich real. Die Frage ist, welche physikalischen Strukturen seine notwendige Bedingung sind.
Drei Bedingungen
Mein Ansatz identifiziert drei physikalische Strukturmerkmale, die gemeinsam die Bedingungen des Bewusstseins ausmachen. Sie sind nicht unabhängig voneinander, sondern bauen aufeinander auf wie die Etagen eines Gebäudes.
Die erste Bedingung ist das, was Physiker Kritikalität nennen: einen besonderen dynamischen Zustand an der Grenze zwischen Ordnung und Chaos, in dem ein System maximal empfindlich für Störungen ist und Informationen über alle Skalen hinweg weitergibt. Das menschliche Gehirn befindet sich in einem solchen Zustand, und es hält sich dort nicht zufällig auf. Es reguliert sich aktiv, durch biochemische Rückkopplungsschleifen, die denselben Zustand immer wieder herstellen. Ein Organismus, der lebt, ist ein System, das seine eigene Kritikalität erzeugt und aufrechthält.
Die zweite Bedingung folgt daraus mit logischer Notwendigkeit: In einem kritischen System kann man das Ganze nicht mehr in unabhängige Teile zerlegen. Jeder Teil hängt mit jedem anderen zusammen, und diese Abhängigkeit lässt sich nicht durch eine einfache Summe der Teile beschreiben. Mathematisch spricht man von Nicht-Faktorisierbarkeit, die Unmöglichkeit, die Ursachenstruktur des Systems in voneinander unabhängige Teilursachen zu zerlegen. Das System ist eine unteilbare Kausaleinheit. Dies entspricht genau dem, was wir phänomenologisch kennen: Bewusstsein ist immer ganzheitlich, immer ein Erleben aus einem Guss.
Die dritte Bedingung ist die entscheidende: Das System braucht einen inneren Bezugspunkt. Nicht im Sinne einer kleinen Person im Kopf, das wäre ein Zirkelschluss. Sondern im Sinne eines dynamischen Attraktors: einer Region im Zustandsraum des Systems, in die das System unter seinen eigenen Rückkopplungsdynamiken immer wieder zurückkehrt und von der aus es eingehende Signale verarbeitet. Dieser innere Referenzpunkt ist das, was aus der bloßen Kausaleinheit eine selbstbezügliche Einheit macht, ein System, das nicht nur einen Gesamtzustand hat, sondern diesen Gesamtzustand auch für sich selbst hat.
Die Gleichung
Aus diesen drei Bedingungen folgt eine Konsequenz, die in ihrer Kompaktheit an Newtons Gravitationsgesetz erinnert:
Wenn ein System autokatalytische Selbstorganisation aufweist, dadurch Kritikalität endogen stabilisiert und einen reflexiven Attraktor als internen Bezugspunkt besitzt, dann ist Erleben vorhanden.
Kein Warum. Kein Zusatz. Keine Erklärungslücke. Die Gleichung sagt nicht: dann sind die Bedingungen für Erleben erfüllt, und irgendwie entsteht dann vielleicht Erleben. Sie sagt: Erleben ist dieser Zustand, von innen beschrieben.
Der Unterschied ist entscheidend. Erleben ist nicht etwas, das über den physikalischen Zustand hinausgeht und von ihm produziert wird. Es ist derselbe Zustand, beschrieben aus der Perspektive des Systems, das sich in ihm befindet. Außen gemessen: ein physikalisches System mit bestimmten Struktureigenschaften. Innen vollzogen: Erleben. Zwei Beschreibungen, eine Wirklichkeit.
Warum-Fragen erster und zweiter Ordnung
Hier ist eine wichtige Unterscheidung nötig, die in der Diskussion über Bewusstsein oft übersehen wird. Es gibt Warum-Fragen erster Ordnung und solche zweiter Ordnung, und nur die zweiten sind wissenschaftlich beantwortbar.
Eine Frage erster Ordnung wäre: Warum ist Wasser nass? Oder: Warum gibt es überhaupt etwas und nicht nichts? Diese Fragen haben keine Antwort, die wir geben könnten, ohne bereits in einem Erkenntnis-Modus zu stehen, den wir selbst erst erklären müssten. Sie bezeichnen jene erkenntnistheoretische Grenze, die Gödels Unvollständigkeitssätze in der Mathematik formalisiert haben: jede ausreichend mächtige Theorie enthält Aussagen, die sie nicht aus sich selbst heraus begründen kann. Für Warum-Fragen erster Ordnung bräuchten wir einen Gottmodus, einen Standpunkt außerhalb aller Standpunkte.
Newton hat diesen Fehler nicht gemacht. Er hat nicht gefragt, was Schwerkraft ist oder warum es sie gibt. Er hat beschrieben, wie sie sich verhält und unter welchen Bedingungen sie mit Notwendigkeit wirkt.
ist keine Antwort auf die Frage, warum Massen sich anziehen. Es ist die Feststellung, dass sie es tun, präzise, allgemein, überprüfbar.
Dieselbe Logik gilt für das Bewusstsein. Die Frage, warum diese physikalischen Prozesse Erleben erzeugen, ist eine Frage erster Ordnung. Sie ist nicht nur unbeantwortet, sie ist unbeantwortbar, nicht wegen eines Versagens der Wissenschaft, sondern wegen eines Fehlers in der Fragestellung. Was sich beantworten lässt, ist die Frage zweiter Ordnung: Unter welchen Bedingungen tritt Erleben mit physikalischer Notwendigkeit auf? Das ist eine Beschreibungsfrage, keine Erzeugungsfrage. Und auf Beschreibungsfragen hat die Naturwissenschaft Antworten.
Was das bedeutet
Dieser Ansatz hat weitreichende Konsequenzen. Er sagt, dass nicht jedes komplexe System Bewusstsein hat, nur solche, die ihre eigene Kritikalität aktiv und endogen aufrechterhalten. Ein Supraleiter bei sehr tiefer Temperatur zeigt ähnliche physikalische Kohärenz wie ein bewusstes Gehirn, aber er hält diese Kohärenz nicht selbst aufrecht: Entfernt man das Kühlbad, kollabiert der Zustand sofort. Das Gehirn hingegen kämpft aktiv dafür, seinen eigenen Zustand zu erhalten, durch Stoffwechsel, durch neuronale Rückkopplung, durch den gesamten Apparat des Lebens. Bewusstsein ist deshalb kein Zufall des Lebens, sondern seine strukturelle Konsequenz: Leben im Sinne autokatalytischer Selbsterhaltung ist die einzige uns bekannte physikalische Struktur, die Kritikalität endogen erzeugt.
Daraus folgt eine einfache und klare Grenzziehung: Bewusstsein ist dort möglich, wo Leben im angegebenen Sinne vorhanden ist. Nicht bei Thermostaten, nicht bei heutigen Computern, nicht bei Supraleiter-Chips, jedenfalls nicht so lange, wie diese Systeme ihre eigene Zustandserhaltung nicht endogen organisieren.
Eine neue Physik des Geistes
Was hier vorgeschlagen wird, ist nicht eine weitere Bewusstseinstheorie neben den vielen anderen. Es ist eine Umformulierung der Grundfrage, und damit ein anderer Zugang zur Wirklichkeit des Erlebens. Erleben ist kein Rätsel, das wartet, gelöst zu werden. Es ist ein Zustand, der beschrieben werden kann, mit denselben Mitteln, mit denen wir jeden anderen physikalischen Zustand beschreiben: durch Angabe der Bedingungen, unter denen er mit Notwendigkeit eintritt.
Wenn diese Bedingungen erfüllt sind, macht es Klick. Das Licht geht an.
Vorwort: Dirk Boucsein, Text: Wolfgang Stegemann






https://orcid.org/0009-0008-6932-2717
Hallo Wolfgang,
Meine Zustimmung zu Deinem Beitrag beginnt mit Deiner Ablehnung der hergebrachten Bewusstseinsforschung, aber sie endet auch dort. Meine Kritik an Deiner ‚Physik des Bewusstseins‘ wie folgt:
‚Bewusstsein‘ ist im Gegensatz zu ‚Bläue‘, ‚Schwere‘ ‚Wärme‘ etc. selbst kein Phänomen. Als logischer Sammelbegriff (Reflexionsbegriff) für phänomenales Erleben ist ‚Bewusstsein‘ daher nicht erlebbar, hat also keinen GEGENstand. Damit spekulierst Du in zweiter oder höherer Instanz.
Mit dem obigen Punkt wird Dein Vergleich mit Newtons Gesetzen hinfällig. Die Gesetze des Denkens können nur ‚da draußen‘ beobachtet werden, nie im Denken (Gehirn, Bewusstsein, etc.) selbst, weil sie sonst überbestimmt, d.h. Absolut wären (eine inhärente Eigenschaft des Positivismus).
Dein Ansatz verfügt weder über eine offensichtliche Folgerungsmenge (geschweige einen Heureka-Effekt) noch läßt sich aus ihm (soweit ich sehen kann) ein experimentum crucis ableiten. D.h. Du stellst keine Theorie auf, sondern spezifizierst die Axiome eines Forschungsprogramms. Forschungsprogramme ergeben sich (klassisch) aber umgekehrt aus Theorien mit Folgerungsmengen und Überprüfungspotential.
Auch verfügt Dein Ansatz über keinen begrifflich harten Kern. ‚Komplexität‘, ‚dynamischer Attraktor‘ und ‚Autopoiese‘ sind genau wie ‚Strukturenrealismus’ (den Du nicht vertrittst) bloße Erzählungen, d.h. Proxies für ‚Ignoramus – wir haben keine Ahnung‘. Sie sind keine Theorien, sondern Wunschbilder.
Heinz
„‚Bewusstsein‘ ist im Gegensatz zu ‚Bläue‘, ‚Schwere‘ ‚Wärme‘ etc. selbst kein Phänomen. Als logischer Sammelbegriff (Reflexionsbegriff) für phänomenales Erleben ist ‚Bewusstsein‘ daher nicht erlebbar, hat also keinen GEGENstand. Damit spekulierst Du in zweiter oder höherer Instanz.“
Weil es „das Bewusstsein“ in diesem Sinne gar nicht gibt – so wenig, wie es „das Leben“ als eigenständigen Gegenstand oder Phänomen gibt. Es gibt nur eine Vielzahl organisierter Prozesse, die wir unter diesem Begriff zusammenfassen. „Leben“ ist keine Entität, die irgendwo liegt. Bei Bewusstsein verhält es sich nicht anders.
Wissenschaftlich ist es deshalb der falsche Ansatz, bei neuronaler Aktivität zu beginnen (etwa in den Neurowissenschaften) um am Ende bei „dem Bewusstsein“ herauszukommen. Denn dieser Zugang setzt stillschweigend voraus, dass es so etwas wie einen Geist oder moderner formuliert „das Bewusstsein“ als eigenständige Instanz gibt, die irgendwie aus der neuronalen Aktivität hervorgehen müsse, wie der Geist aus der Flasche.
Eine angemessenere Biologie des Bewusstseins, wenn man den Begriff überhaupt noch verwenden will, sollte anders ansetzen. Wenn wir das Bewusstsein im Wachzustand verstehen wollen, also etwa die prä-reflektive, unmittelbare audiovisuelle Wahrnehmung der Umwelt (als einen beispielhaften von vielen Aspekten bewusster Wahrnehmung), dann müssen wir verstehen, wie das Gehirn sensorische Inputs verarbeitet, wie es sie integriert und wie es mit ihnen in permanenter Wechselwirkung steht. D.h. bottom-up- und top-down Prozesse. Und daraus ergibt sich quasi „automatisch“ das, was wir „Bewusstsein“ nennen.
Oder noch krasser formuliert: Wer das Gehirn bzw. neuronale Aktivität als unabhängige Variable sieht und „das Bewusstsein“ als abhängige, der beginnt bereits dualistisch. Die Trennung ist dann schon vorausgesetzt. Das ist sowohl wissenschaftlich als auch philosophisch der falsche Ansatz.
Noch krasser formuliert: Schmeißt das Konzept „Bewusstsein“ so wie es heute gängig verstanden wird endlich aus dem Fenster und vergisst es. Es ist eine alte begriffliche Konzeption der Philosophie, die sich bis in die Moderne durchgezogen hat.
Und soweit ich Wolfgang verstehe, würde er dem in etwa zustimmen.
Damit es jeder versteht, ersetzen wir Bewusstsein einfach durch Wachheit. Von dort aus ist das Phänomen vielleicht zugänglicher, ohne den ganzen philosophischen Ballast der letzten Jahrhunderte, der in allen Bewusstseinstheorien wie ein böser Fluch umherwabert.
Ich würde noch hinzufügen (und das hätte ich besser gleich geschrieben, um Missverständnisse zu vermeiden), dass Qualia, bewusstes Erleben usw. selbstverständlich real sind und nicht eliminiert oder einfach wegdiskutiert werden können.
Aus meiner Sicht ist es jedoch ein Fehler, sie dem Geist oder „dem Bewusstsein“ zuzuschreiben. Dann landet man schnell bei philosophisch wie empirisch nicht lösbaren Fragen und Problemen.
Stattdessen ergibt sich bewusste Wahrnehmung – und auch höhere kognitive Prozesse wie Denken – aus der Art und Weise, wie das Nervensystem Eigenaktivität bereitstellt und diese mit interozeptiven Reizen des Körpers sowie exterozeptiven Reizen der Umwelt integriert. Daraus entsteht das, was wir als „Bewusstsein“ bezeichnen.
Das bedeutet, das Konzept eines „extra“ Bewusstseins wird völlig überflüssig; ja, es ist sogar irreführend, weil man sonst in die metaphysische Frage gerät, wie etwas genuin Mentales aus etwas genuin Physischem entstehen kann; „Wie kann das nur sein?“. Genau das ist das typische, entitätsbasierte metaphysische Denken, das man häufig antrifft: Es gäbe genuin mentale Entitäten (Bewusstsein) und genuin physische Entitäten (den Rest der Welt).
Meiner Ansicht nach ist genau das der falsche Weg, der in eine Sackgasse führt. Und das hat nichts (aber auch rein gar nichts) mit Positivismus und co zutun. Bewusstsein, so wie es heute häufig gehandhabt und verstanden wird, ist einfach das falsche Konzept.
Philipp,
der umfassende Systemgedanke ist der (Post)Moderne fremd, wenn nicht sogar widerwärtig (der Künstler akzeptiert keine Randbedingungen). Auch Du ziehst Dich gerne bei Angriffen in Dein Verständnis Deines Arbeitsfeldes zurück. Dahin kann Dir aber keiner folgen, weil Du keinen begrifflichen Kontext zum Rest des Wissens herstellen kannst. Aus meiner Sicht droht den Neurowissenschaften das gleiche Schicksal wie der QM – nämlich das einer Priesterwissenschaft – wenn sie sich nicht sprachlich integrieren. Das erfordert aber aus meiner Sicht eine Abkehr von der Korrelation, denn alles, was im Universum passiert, korreliert im schmalen Band zwischen eins und minus eins. Ich glaube, daß Wolfgang St. versucht diesem a-semantischen ‚Kurzschluss‘ in Richtung Funktion bzw. Gesetz zu entkommen und ich halte das für den richtigen Weg, wenn ich auch seinem speziellen Ansatz skeptisch gegenüberstehe. Der Weg nach vorne geht über das unwidersprüchliche DASS. Wer jedoch diesen Weg gehen will, darf sich nicht scheuen, die Sprache um Begriffe (a priori Agenzien) zu bereichern, die jedem Positivisten die Haare zu Berge stehen lassen.
Heinz
Nein, Heinz, deine Kritik trifft so nicht zu. Ich habe hier, verstreut über endlos viele Beiträge auf diesem Blog, schon etwa 300 mal auf philosophisch-konzeptueller Ebene erklärt, warum ich das in der westlichen Philosophie immer wieder diskutierte Leib-Seele-Problem für ein Pseudoproblem halte – das heißt, warum ich denke, dass dieses Problem weder philosophisch noch empirisch lösbar ist. D.h. ich habe mich nicht in ein empirisches Arbeitsfeld zurückgezogen.
Man kann das Problem nur auflösen, indem man die Annahmen, auf denen es beruht, als sinnlos oder falsch entlarvt. In klassischer Weise lösen lässt es sich nicht.
Dasselbe ist (wie du sicher weißt) bereits mit schier unendlich vielen anderen philosophisch-metaphysischen Problemen in der Vergangenheit geschehen. Man hat sie nicht gelöst, sondern man hat erkannt, dass Menschen die Probleme falsch konstruiert haben und dass die Dinge „in Wirklichkeit“ ganz anders liegen. Die Sichtweise auf einen Sachverhalt änderte sich, und plötzlich erschien alles in einem neuen Licht – und ergab auf einmal Sinn.
Es ist so ähnlich wie die Diskussion der Mechanisten versus der Vitalisten in der Biologie im 18. und 19. Jahrhundert: Keines der beiden Lager hatte recht. Stattdessen lag Wahrheit (bzw. eine Annäherung an sie) außerhalb der Sphäre beider Lager.
Man kann bei vielen Menschen mit der Kritik an diesem Problem jedoch kein Land gewinnen, da sie nicht fähig sind, ihre eigenen philosophischen Vorannahmen wirklich zu erkennen und zu hinterfragen – also die Annahmen, die überhaupt erst zu diesem Problem führen (und zu den zahlreichen weiteren philosophisch-metaphysischen Problemen, die dann als Rattenschwanz entstehen, etwa das der „mentalen Verursachung“ usw.).
Aus meiner Sicht ist der Glaube an das Bewusstsein als Entität oder eigenständige Instanz (sowie an das daraus resultierende Problem) wie eine Art Religion; das sitzt so tief in der westlichen Philosophie, das man es kaum noch rausbekommt.
Philipp,
Gut gebrüllt, Löwe!
Wenn Du Dir meine Kritik an Wolfgangs „Physik“ anschaust, wirst Du feststellen, daß ich das Bewusstsein als Reflexions- d.h als Scheinbegriff ablehne. Was bleibt sind Begriffe und Phänomene.
Darüber hinaus überstrapazierst Du mE den Begriff ‚empirisch‘. Das hantieren mit Gerätschaften ist KEIN Ausweis einer empirischen Grundhaltung (siehe Alchemie). Die empirische Grundhaltung besteht im Versuch Widerspruchslosigkeit von Begriff (Theorie) und Phänomen herzustellen. Weder den theoretischen noch den phänomenalen Aspekt kann ich in Deiner Arbeit bislang entdecken, von deren Widerspruchsfreiheit ganz zu schweigen.
Heinz
Heinz,
was du als empirische Grundhaltung beschreibst, ist in Wirklichkeit logische Konsistenz: dass Begriff und Phänomen nicht im Widerspruch stehen. Das ist ein rationales, kein empirisches Kriterium. Empirie bedeutet, dass Aussagen durch Beobachtung überprüft und im Prinzip widerlegt werden können. Eine Theorie, die das nicht zulässt, hat keinen empirischen Gehalt, egal wie widerspruchsfrei sie ist.
Dein Alchemie-Beispiel trifft den falschen Punkt. Die Alchemie scheiterte nicht, weil sie mit Gerätschaften hantierte, sondern weil ihre Versuche nicht kontrolliert und reproduzierbar waren und ihre Annahmen nicht überprüfbar. Die moderne Chemie hat genau das geändert, sie hat das Hantieren methodisch diszipliniert, nicht abgeschafft.
Nach deiner Definition wäre Hegel Empiriker und Rutherford keiner. Und das ist Unsinn.
Wolfgang
Ich bleibe dabei, daß das theorielose! Hantieren mit Gerätschaften Ähnlichkeit mit der Alchemie hat. Nochmal: es gibt keine empirische Methode, sondern nur ein empirisches Prinzip, nämlich das des experimentum crucis, d.h. des für jedermann offensichtlichen Nachweises, daß Aussagen und sinnliche Wahrnehmung sich nicht widersprechen.
Dein Verständnis von Empirie ist ein rein logisches, ihm geht a) die a priori Theorie und folglich b) die sinnliche Überprüfbarkeit vollständig ab. Es gilt mE Poppers Diktum: ohne genetisch führende Theorie kann überhaupt nichts beobachtet werden. Das grotesk zerfahrene Selbstverständnis der Neurowissenschaften ist genau auf diese Theorielosigkeit zurückzuführen. Folglich können sie auch nichts beobachten, über das man sinnfällig sprechen könnte.
Heinz
Hallo Heinz,
ich nehme zur Kenntnis, dass Du dabei bleibst. Aber „dabei bleiben“ ist keine Antwort auf Argumente, es ist deren Verweigerung.
Zur Sache: Du schreibst, es gebe keine empirische Methode, sondern nur ein empirisches Prinzip, das experimentum crucis. Das ist eine philosophiehistorische Position, keine philosophische Wahrheit. Popper selbst hat ausführlich dargelegt, dass das experimentum crucis in der Praxis der Wissenschaft kaum je die Rolle spielt, die ihm die Methodologie zuschreibt, Duhem hatte das schon vor ihm gezeigt. Die Vorstellung, Wissenschaft funktioniere durch den „für jedermann offensichtlichen Nachweis“, ist eine Idealisierung, die an der tatsächlichen Erkenntnisproduktion schlicht vorbeigeht. Dass Du sie als Maßstab gegen die Neurowissenschaften wendest, zeigt, dass Du nicht über Wissenschaft redest, sondern über ein Bild von Wissenschaft, das seit mindestens sieben Jahrzehnten philosophisch überholt ist.
Zum Alchemie-Vergleich: Das ist eine Metapher, kein Argument. Metaphern können einleuchten oder nicht einleuchten, aber sie begründen nichts. Wenn Du den Vergleich ernst meinst, musst Du zeigen, worin die strukturelle Analogie besteht. Das hast Du nicht getan. Du hast das Wort „Alchemie“ in den Raum gestellt und darauf vertraut, dass es wirkt. Das ist Rhetorik.
Und zu Poppers Diktum, ohne genetisch führende Theorie könne nichts beobachtet werden: Dem stimme ich zu. Deshalb habe ich eine solche Theorie entwickelt. Sie heißt nicht „Alchemie“, sie ist in dem Papier ausgearbeitet, das ich Dir empfohlen habe und das Du offensichtlich nicht gelesen hast. Wer eine Position kritisiert, ohne sie zu kennen, kritisiert sein eigenes Vorurteil.
Das ist der Punkt, an dem diese Diskussion für mich endet.
Wolfgang
„Wenn Du Dir meine Kritik an Wolfgangs „Physik“ anschaust, wirst Du feststellen, daß ich das Bewusstsein als Reflexions- d.h als Scheinbegriff ablehne. Was bleibt sind Begriffe und Phänomene.“
Dem stimme ich mehr oder weniger zu.
Auch wenn das für viele zunächst befremdlich klingt: Das Konzept des Bewusstseins ist sinnlos und irreführend, wenn man verstehen will, was wir Bewusstsein oder „bewusstes Erleben“ nennen.
Bewusstes Erleben entsteht nicht dadurch, daß neuronale Aktivität des Nervensystems so etwas wie „Bewusstsein“ emergieren lässt. Dieses Konzept eines emergierenden Bewusstseins halte ich für sinnlos, weil es mit nichts Realem in der Welt auffindbaren korrespondiert.
Stattdessen würde ich es so formulieren:
In einem Nervensystem laufen bestimmte Dynamiken ab. Gleichzeitig laufen auch in der Umwelt Dynamiken ab, z.B. in Form sensorischer Inputs. Bewusstes Erleben entsteht dann, wenn das Nervensystem diese Dynamiken in seine Eigenaktivität integriert und sich dadurch mit der Umwelt „verbindet“ – gewissermaßen an ihr partizipiert.
Man könnte das als eine Teil-Ganz-Relation beschreiben:
Der Teil ist die neuronale Dynamik des Gehirns, das Ganze ist die Welt. Die neuronale Dynamik bettet sich in einen Teil der Umwelt ein und wird Teil einer größeren dynamischen Struktur.
Dieses Eingebettetsein ist das, was wir im Wachzustand unmittelbar als Erleben der Umwelt haben. Es ist ein Teil, nicht das Ganze; dazu wird der Teil immer in die laufende Eigenaktivität integriert, mit ihr verschmelzt; dadurch entsteht Subjektivität.
Wichtig:
Eine zusätzliche Entität namens „Bewusstsein“ ist dann gat nicht nötig. Ein solches Postulat würde nicht nur ein anderes Modell bedeuten, sondern letztlich eine ganz andere Ontologie. Es ist überflüssiger metaphysischer Balast; es macht die Ontologie komplizierter ohne etwas besser erklären zu können; im Gegenteil; es führt in zig unlösbare Probleme.
Du wirst jetzt sicher sagen, dass Dynamik ein leerer Begriff ist und nichts sagt; aber das ist falsch. Im Gegenteil: man kennt schon einen ganzen Haufen unterschiedlicher Dynamiken die systematisch mit Erleben im Zusammenhängen stehen. Auch gibt es natürlich räumliche Muster und nicht nur zeitliche Dynamiken die erfasst und verarbeitet werden; ich nutze den Begriff hier zur Vereinfachung. Im Detail müsste man natürlich viel weiter ausholen; aber das geht über Blogdiskussionen hinaus.
PS: ein wirklich einfachstes Beispiel um das verständlicher zu machen.
Wir Menschen können je nach Alter, Art der Geräusche, Umweltkontext etc. einen auditiven Frequenzbereich von ca. 20–20.000 Hz wahrnehmen. Warum? Weil wir eine passende Anatomie (Struktur) sowie passende physiologische und neurale Dynamiken haben, die auf dieser Anatomie laufen.
Diesen Teil schneiden wir aus der Umwelt heraus und können ihn so erleben; das ist die Teil-Ganzes-Relation. Andere Spezies haben einen anderen Teil, überschneiden sich teilweise, oder ihr Frequenzbereich unterscheidet sich vollkommen von unserem.
Und je komplexer unsere Anatomie, je komplexer die Dynamiken, umso voller und reichvoller wird das bewusste Erleben, umso größer wird unser Teil am Ganzen.
Es braucht dafür keinen internalen Geist; keine innere geistige Wolke des Bewusstseins. Der physiologische und neuronale Prozess der so an der Umwelt partizipiert ist selbst das Erleben.
Finaler Kommentar:
Heinz, du schreibst:
„Die empirische Grundhaltung besteht im Versuch Widerspruchslosigkeit von Begriff (Theorie) und Phänomen herzustellen.“
Ja, das ist DEIN wissenschaftsphilosophisches Ideal; das habe ich lange verstanden. Aber du weißt doch wie das ist: jeder Wissenschaftsphilosoph weiß am besten, wie Wissenschaft eigentlich zu funktioniert hat. 😉
Abgesehen davon: Worüber möchtest du diskutieren, Heinz? Über den Sachverhalt? Oder soll das wieder eine endlose wissenschaftsphilosophische Metadiskussion werden – also in der Form wie Wolfgang Endemann sie auch so zu lieben scheint?
Zur Empirie gehört auch Theorie, ja, natürlich. Ich schreibe aktuell an einem theoretischen Paper; es ist jetzt ohne References und mit kleiner Schriftgröße und kleinem Zeilenabstand bereits 25 Seiten lang (also für viele Journale schon hart an der Grenze – oder bereits zu lang).
Dort behandle ich das Thema Bewusstsein/perception und wie man es aus meiner Sicht theoretisch aus Sicht der evolutionären Biologie unterstützend für die Neurowissenschaft besser angehen kann. Es wird dann vielleicht Mitte oder Ende dieses Jahr publiziert sein.
Hallo Heinz,
danke für die ausführliche Kritik. Aber sie trifft meinen Ansatz nicht, und zwar aus Gründen, die ich gerne im Einzelnen darlege.
Zu Punkt 1: Bewusstsein sei kein Phänomen, sondern ein Reflexionsbegriff ohne Gegenstand. Das ist eine Behauptung, keine Begründung. Schmerz ist phänomenal. Freude ist phänomenal. Die Frage, welche physikalischen Strukturen diese phänomenalen Zustände möglich machen, ist vollkommen legitim, unabhängig davon, wie man den Sammelbegriff „Bewusstsein“ klassifiziert. Mein Ansatz redet nicht über den Begriff, sondern über den Zustand. Der Einwand greift an der falschen Ebene an.
Zu Punkt 2: der Newton-Vergleich sei hinfällig, weil Denkgesetze nicht im Denken selbst beobachtet werden können, ohne überbestimmt zu werden. Das ist ein Argument gegen einen erkenntnistheoretischen Zirkel, aber kein Argument gegen meine Position. Ich behaupte nicht, Bewusstsein von innen zu beschreiben. Ich identifiziere physikalische Strukturbedingungen, die von außen messbar und überprüfbar sind. Der Zirkelvorwurf greift nicht.
Zu Punkt 3: kein experimentum crucis, keine Folgerungsmenge, nur Axiome. Das ist schlicht falsch. Im Papier sind drei konkrete empirische Operationalisierungen angegeben, die aktive von passiver Kritikalität unterscheiden: Perturbationsantwortkinetik, metabolische Signaturen und die Reaktion auf chronische Störungen. Das ist überprüfbares Folgerungspotential. Dass Du es nicht siehst, liegt vermutlich daran, dass Du den populärwissenschaftlichen Artikel gelesen hast, nicht das Papier.
Zu Punkt 4: Komplexität, dynamischer Attraktor und Autopoiese seien bloße Erzählungen ohne theoretischen Kern. Hier verwechselst Du Unvertrautheit mit Unschärfe. Alle drei Begriffe sind mathematisch präzise definiert, Attraktoren in der Dynamischen Systemtheorie, Autopoiese in der Netzwerktheorie, Kritikalität in der statistischen Physik. Sie sind keine Metaphern, sondern formale Konstrukte mit ausgearbeiteter Mathematik. Die Behauptung, sie seien „Proxies für Ignoramus“, zeigt, dass Du diese Literatur nicht kennst.
Kurzum: Deine Kritik richtet sich gegen eine Position, die ich nicht vertreten habe, mit Mitteln, die Du nicht begründet hast.
Vielleicht liest du einfach den zugrundeliegenden Artikel, in dem ich die einzelnen Punkte ausführlich darstelle: Stegemann, W. (2026). Experience as Self-Reference. Zenodo preprint. https://doi.org/10.5281/zenodo.18800872
Hallo Wolfgang,
wenn ich Dich richtig verstehe, dann ist das Gehirm ein hochkomplexes Netzwerk als Teil de Menschen – und gleichzeitig auch als Teil der Umwelt -, und in diesem komplexen Netzwerk findet Erleben statt. So weit so gut.
Es handelt sich aber um ein physikalisches Netzwerk, physikalisch gesehen gibt es da nur materielle Gegenstände mit Eigenschaften und Kräften (Beziehungen). Letztlich ist das alles auf etwas Physikalisches reduzierbar, aber die Komplexität lässt Erleben emergieren.
Da kann ich noch mitgehen, wobei man über Emergenz noch sprechen müsste, aber im Prinzip ist das zu verstehen.
Nun ist Erleben allerdings so eine Sache. Es gibt nämlich mehr als „Erleben“. Der Haufen Materie lässt etwas emergieren, was sich selbst in Frage stellt: Mein Materiehaufen im Gehirn, verbunden mit dem Rest des Universums, kann nämlich aus sich heraustreten, sich selbst betrachten, und dann sagen: „oh: da bist Du ja, Du komplexer Materie-Haufen, und gerade denkst Du über Dich nach.“ Was da emergiert, ist der Umstand, dass der Haufen Materie sich zum Subjekt und Objekt gleichzeitig macht. Materie betrachtet sich selbst. Oder anders gesagt: ich betrachte mich gleichzeitig von innen und von außen. ist diese Form des „Erlebens“ noch logisch beschreibbar oder verstehbar?
Oder kann das Gehirn gerade weil es Teil des Universums ist, sich von außen betrachten, und weil es Teil von uns ist, auch von Innen? Dann wären für das Erleben oder das Bewußtsein nicht nur die Vorgänge im Gehirn und im Menschen verantwortlich, sondern die ganze Physikalität der Umwelt und die Gehirne der anderen auch – nur dieses „universale“ komplexe System würde dann das Heraustreten aus sich selbst und die Sicht von außen auf das Gehirn erlauben.
Wenn ich in Gedanken auf mein Gehirn schaue, habe ich gar nicht den Eindruck, dass ich dann dem Universum näher stehe als mir selbst, und von draußen da drauf gucke. Ich denke immer, ich gucke von innen da drauf.
Es ist also nicht nur das „Erleben“, was da emergiert, sondern die Materie selbst schaut sich beim Erleben zu – das ist schon eine andere Qualität. Vielleicht machst Du es Dir zu einfach, das aus der Komplexität der Materie zu erklären. Das ist vielleicht doch Skepsis angebracht.
Grüße Bernd
Hallo Bernd,
Du formulierst Deine Einwände durchgehend in Form von Interpretationen meiner Position, die Du dann in Frage stellst. Das ist insofern problematisch, weil Du damit Antworten auf Fragen verlangst, die ich so nicht gestellt habe. Zum Beispiel habe ich nicht gesagt, Erleben „emergiere“ aus Materiehaufen, und ich habe auch nicht den Begriff der Emergenz in dem Sinne verwendet, den Du ihm gibst. Wenn wir über diese Unterschiede nicht reden, reden wir aneinander vorbei, machen also das, was in diesem Blog die Regel ist.
Zu Deinem inhaltlichen Kernpunkt, dem Selbstbezug des Bewusstseins: Was Du beschreibst, nämlich dass Materie sich selbst betrachtet, ist kein neues Problem, das meinen Ansatz widerlegt. Es ist vielmehr genau das, was erklärt werden soll, und die Frage ist, mit welchen Mitteln man das tut. Die Tradition der Philosophie des Geistes hat dieses Phänomen seit Jahrhunderten unter Begriffen wie Reflexivität, Intentionalität oder Subjektivität verhandelt, ohne es zu lösen. Der Grund dafür ist, dass sie in der Regel einen Fehler begeht:
Sie behandelt das Phänomen, als sei es ein ontologisches Rätsel, das nach einer besonderen Substanz oder Eigenschaft verlangt. Ich gehe einen anderen Weg und frage nach den kausalen Bedingungen, unter denen ein biologisches System eine Art Kausalzentrum ausbildet, das nicht mehr in externe Faktoren zerfällt. Das ist eine empirisch informierte Frage, keine metaphysische.
Dein Bild vom „Heraustreten aus sich selbst“ ist phänomenologisch reizvoll, aber philosophisch unscharf. Wenn Du „von innen“ auf Dein Gehirn schaust, schaust Du nicht auf Dein Gehirn, sondern Du vollziehst einen mentalen Akt der Selbstthematisierung. Ob dabei tatsächlich eine Perspektive „von außen“ eingenommen wird, ist eine Frage, die sich nicht durch Introspektion beantworten lässt, weil die Introspektion selbst Teil des zu erklärenden Phänomens ist.
Ich würde vorschlagen: Nimm einen einzigen Satz aus dem Artikel, der Dir wirklich unverständlich oder falsch erscheint, und frag mich, was ich damit meine. Das wäre produktiver als der Versuch, den Ansatz en passant auf einmal zu beurteilen.
Wolfgang
Hallo Bernd,
„Es ist also nicht nur das „Erleben“, was da emergiert, sondern die Materie selbst schaut sich beim Erleben zu – das ist schon eine andere Qualität. Vielleicht machst Du es Dir zu einfach, das aus der Komplexität der Materie zu erklären. Das ist vielleicht doch Skepsis angebracht.“
Ich erkläre es einmal ganz einfach und bewusst runtergebrochen, wie aus Komplexität Erleben entstehen kann.
Um Erleben zu bekommen, benötigt das Gehirn zunächst einmal eine strukturierte Eigenaktivität. Diese intrinsische Eigenaktivität wird häufig auch Spontanaktivität genannt, da das Feuern der Neurone hier nicht durch Stimuli aus der Umwelt induziert wird, sondern die Neurone von sich aus feuern.
Solche Spontanaktivität hat z. B. auch das Herz – es muss schon selbstständig schlagen (auch wenn es ständig vom Nervensystem moduliert wird).
Diese Spontanaktivität ist nicht irgendwie chaotisch oder reines Rauschen, sondern sie arbeitet sowohl räumlich, d. h. etwa über die Interaktion einzelner Areale des Gehirns hinweg, als auch zeitlich, d. h. über zeitliche Aktivitätsmuster, systematisch und bedeutungsvoll.
Wenn sich diese intrinsische und ständig laufende Eigenaktivität in ihrer räumlichen und zeitlichen Struktur und Dynamik fundamental verändert, dann verlieren wir das Bewusstsein, z.B. im tiefen und traumlosen Schlaf oder in der Anästhesie. Auch psychische Störungen entstehen, wenn sich diese Eigenaktivität grundlegend verändert – beispielsweise Depression, Schizophrenie oder Manie.
Diese Eigenaktivität arbeitet jedoch nicht isoliert, sondern sie integriert laufend stimulus-induzierte Aktivität aus der Umwelt sowie aus dem eigenen Körper in ihre Dynamik. Dadurch entsteht so etwas wie ein einfaches oder unmittelbares Erleben der Umwelt und des eigenen Körpers. Das geht u.a. deshalb, weil das Gehirn neuronal ausreichend realistisch rekonstruiert was „da draußen“ wirklich ist.
Nun sprichst du einen weiteren Punkt an, nämlich die Tatsache, dass wir nicht nur ein unmittelbares Erleben haben, sondern auch eine Reflexionsfähigkeit – also die Fähigkeit, über unsere eigene Wahrnehmung nachdenken zu können (Kognition), ja sogar über unser Denken nachdenken zu können (Metakognition). Wie ist das möglich?
Das ist möglich, weil das menschliche Gehirn nicht nur aus niederen sensorischen Arealen besteht, die bestimmte Umweltstimuli verarbeiten, sowie aus einem Hirnstamm, der u.a. für grundlegende Steuerung vegetativer Funktionen zuständig ist. Das Gehirn besitzt darüber hinaus relativ entkoppelte höhere Areale, die ihre Eigenaktivität auch relativ gut unabhängig von unmittelbaren Umweltinputs aufrechterhalten können und gleichzeitig Informationen aus mehreren sensorischen Arealen integrieren und über längere Zeitskalen verarbeiten.
Dadurch können wir z.B. über etwas nachdenken, das gar nicht mehr Teil der aktuellen Wahrnehmung ist. Unser Denken kann so über unmittelbare Inputs der Umwelt oder des Körpers hinausgehen.
Was bedeutet das insgesamt? Es bedeutet, dass das Gehirn kein homogener Block ist, sondern bereits anatomisch aus sehr unterschiedlichen Arealen besteht, die sich in ihrer Zytoarchitektur unterscheiden, also in ihrem Zellaufbau. Unterschiedlicher Zellaufbau (Art der Zellen, deren Verschaltung, usw.) über das Gehirn hinweg sowie die gleichzeitige Interaktion getrennter Areale erlaubt wiederum ganz unterschiedliche computationale Funktionen – etwa die Tatsache, dass du a) die Umwelt wahrnehmen kannst, b) gleichzeitig denken kannst und c) darüber hinaus sogar über dein eigenes Denken auf einer noch abstrakteren Ebene metakognitiv nachdenken kannst.
Hallo Wolfgang,
ich glaube nicht, daß Deine Antworten meine Kritik entkräften. Ich möchte das anhand von Punkt 4 erläutern:
Die Mathematik zerfällt klassisch! in Arithmetik, Geometrie und Algebra. Alle drei Bereiche sind anschaulich, d.h. stehen in Verhältnissen der Widerspruchslosigkeit zu den Phänomenen. Du aber sprichst von einer logifizierten Mathematik (etwa seit Cantor), wenn Du anführst, daß ‚Komplexität’, ‚dynamische Attraktoren‘ und ‚Autopoiese’ mathematisch wohl definiert sind. Daran habe ich keinen Zweifel, aber ich bezweifle, daß diese Definitionen eine anschauliche Basis, d.h irgendeinen Bezug zu den ‚Dingen‘ haben. Dafür spricht ihre a-semantische Konstruktion und in der Folge ihre Nicht-HANDhabbarkeit.
Daraus ergibt sich die Frage: Für wen oder was ist dieses bloß formal-logische ‚Wissen‘ gedacht? Die Frage ist natürlich rein rhetorisch…
Heinz
Hallo Heinz,
Dein Einwand zu Punkt 4 illustriert leider genau das Problem, das ich bereits angedeutet hatte: Du verwechselst zwei Dinge, die sorgfältig auseinandergehalten werden müssen.
„Anschaulichkeit“ im Sinne direkter sinnlicher Evidenz ist keine Bedingung für empirische Geltung. Das war sie noch nie. Die Maxwellschen Gleichungen sind nicht anschaulich. Riemannsche Geometrie ist nicht anschaulich. Trotzdem beschreiben beide physikalische Realität mit einer Präzision, die keine anschauliche Theorie je erreicht hat. Dein Kriterium, das Du stillschweigend als Maßstab setzt, würde die gesamte theoretische Physik des 20. Jahrhunderts disqualifizieren. Dass Du das nicht sagst, zeigt, dass es Dir nicht wirklich um ein epistemisches Prinzip geht, sondern darum, meine Aussagen im Besonderen zu treffen.
Die Unterscheidung, die Du zwischen „klassischer“ und „logifizierter“ Mathematik ziehst, ist selbst philosophisch unhaltbar. Arithmetik und Geometrie sind nicht deshalb erkenntnistheoretisch privilegiert, weil sie älter oder anschaulicher sind, sondern weil wir mit ihnen aufgewachsen sind. Attraktordynamik ist für jeden, der mit ihr arbeitet, ebenso „anschaulich“ wie ein Dreieck für jemanden, der Euklid liest. Anschaulichkeit ist keine Eigenschaft von Begriffen, sondern von Vertrautheit.
Und nun zur rhetorischen Frage, für wen dieses Wissen gedacht sei: Eine rhetorische Frage, die keine Antwort erwartet, ist kein Argument. Sie ist ein Mittel, den Gesprächspartner vor dem Publikum zu blamieren, ohne sich selbst dem Risiko einer Begründung auszusetzen. Das mag wirksam sein. Erkenntnisfördernd ist es nicht.
Ich empfehle nach wie vor die Lektüre des Papiers.
Wolfgang
Hallo Wolfgang,
offensichtlich kann man über Reflexionsbegriffe nicht philosophieren ohne sich ständig im Kreis zu drehen; es gibt keine Invarianzen. Panta rhei!
Ich glaube, wir haben die uns jeweils wichtigen Argumente ausgetauscht und zwischen denen klafft ein Abgrund. Ich werde Dein paper lesen sobald ich Zeit habe, bin aber a priori skeptisch.
bis dahin,
Heinz
Worum geht es eigentlich, wenn jemand einen Artikel schreibt und ihn zur Diskussion stellt? Es geht nicht darum, den anderen zu überzeugen. Es geht nicht darum, ein Argument so lange zu schärfen, bis der Gesprächspartner kapituliert. Das wäre ein Battle, kein Gespräch. Was ein solcher Beitrag anbietet, ist eine Perspektive. Eine Einladung, die Dinge einmal anders zu sehen, als man es gewohnt ist. Wer diese Einladung annimmt, muss ihr nicht folgen.
Was ich mir von einem Diskussionspartner wünsche, ist nicht Zustimmung, sondern die Bereitschaft zu fragen: Was meinst Du damit genau? Nicht: Ich habe das schon mehrfach erklärt und ihr habt es nicht kapiert.
Wenn das verstanden würde, wäre in solchen Foren sehr viel gewonnen. Nicht für mich, sondern für das Denken selbst.
Lies das paper, frage nach, wenn du willst, aber hau es nicht direkt in die Pfanne, sonst antworte ich nicht mehr. Dafür wäre mir meine Zeit zu schade.
Wolfgang
Hi Heinz,
„Daran habe ich keinen Zweifel, aber ich bezweifle, daß diese Definitionen eine anschauliche Basis, d.h irgendeinen Bezug zu den ‚Dingen‘ haben. Dafür spricht ihre a-semantische Konstruktion und in der Folge ihre Nicht-HANDhabbarkeit. „
Welches Programm oder welche Ansätze würdest du vorschlagen, um die Gehirnfunktion in Bezug auf das Bewusstsein zu erforschen und dabei deinem Anspruch an Anschaulichkeit zu genügen? Wie würdest du vorgehen? Wie erforscht man das Gehirn im Heinz’schen Sinne des Theorie-Phänomen-Paars?
Wolfgang,
ich möchte den Gesamteindruck, den Dein paper auf mich macht, in einer Metapher zusammenfassen:
Wenn das Eichhörnchen ein Pferd wäre, könnte man die Bäume rauf reiten.
Das soll heißen: Du verschiebst alle philosophischen Schwierigkeiten ins Antecedent, um Dir in der Konsequenz ein Spielfeld zu bereiten, auf dem Du den hergebrachten Neurowissenschaften einen kategorialen Denkfehler unterstellen kannst, von dem Du glaubst, daß Dein Modell ihn umgeht. Wenn Du dann Chalmers, Levine u.a. angreifst, kann ich Deine Argumente nachvollziehen und stimme ihnen bezüglich ihrer Konsequenzen weitgehend zu, da es sich entweder um Scheinprobleme oder einfach um untaugliche Gedankenexperimente handelt.
Problematisch wird es bei den Voraussetzungen. Nicht nur, daß Du Reflexionsbegriffe (Kritikalität, Attraktor, Autopoiese, etc.) in die Vorbedingungen für Bewusstsein einschleust, Du bleibst auch eine nachvollziehbare Erklärung für das, was Du die (irreduzible?) Identität von Innen- und Außenperspektive nennst, schuldig. Denn, wenn es Perspektiven gibt, gibt es auch ein Drittes, das diese Perspektiven hervorruft. Die vielen Perspektiven auf Rom, haben allesamt ihren Ursprung in der einen Architektur ‚Roms’. Ein platter Perspektivismus ist aber mE nicht das, worauf Du hinaus willst.
Die Lösung des Problems bestände darin, daß unter geeigneten Umständen die ‚Perspektiven‘ das Dritte erst hervorrufen, was aber Deine physikalistische Grundtendenz untergraben würde.
Die Schwäche Deines Ansatzes einer gesetzmäßigen Neurowissenschaft zeigt sich auch in Deinem Einstein’schen=positivistischen Verständnis von
E=mc^2 (Äquivalenz von Energie und Masse)
Es gibt Forscher, die glauben, aus reinem Licht ein Teilchen und ein Antiteilchen erzeugt zu haben. Ich lasse das einfach mal so stehen. Was bislang definitiv nicht gelungen ist (und nicht gelingen kann), ist aus Licht makroskopische (nicht-flüchtige tangible) Materie herzustellen. Deine Annahme der Irreduzierbarkeit von Innen- und Außenperspektive verbietet es ja interessanterweise, das Gleichheitszeichen in Newtons oder Einsteins Gleichungen als Identität oder Äquivalenz zu deuten und daraus ergibt sich, daß weder Licht in Materie umgewandelt noch Gravitation in den Bausteinen der Teilchenphysik gefunden werden kann. Damit ergibt sich im Grundsatz! eine weitgehende Übereinstimmung zwischen unseren Denkansätzen. Allerdings hast Du mE das Problem der nicht-identischen Identität nicht gelöst. Es bleibt bei Dir ein sperriges Postulat, das nichts ‚tut‘.
Meine Kritik aus meinem ersten Kommentar bleibt daher bestehen.
Heinz
Heinz,
die Eichhörnchen-Metapher ist nicht nur falsch, sie zeigt, dass Du den Kern meines Ansatzes nicht verstanden hast.
Du schreibst, ich würde philosophische Schwierigkeiten ins Antecedent verschieben. Das Gegenteil ist der Fall. Der Begriff des kausal nicht-faktorisierbaren Systems ist kein rhetorischer Platzhalter, sondern eine präzise funktionale Bestimmung, die ich aus dem Begriff der Selbstbezüglichkeit herleite. Wer das als „Einschleusing von Reflexionsbegriffen“ liest, hat nicht gelesen, was ich geschrieben habe, sondern was er erwartet hat zu lesen.
Zur Rom-Analogie: Sie ist das genaue Gegenteil eines Einwands gegen meine Position, weil sie die Asymmetrie zwischen Außen- und Innenperspektive stillschweigend voraussetzt, die zu erklären ich antrete. Die Architektur Roms ist ein extern zugängliches Objekt, das unabhängig von den Blicken auf es existiert. Eben das gilt beim Bewusstsein nicht. Ein „Drittes“, das die Perspektiven hervorbringt, wäre nur nötig, wenn man die Perspektiven als vorgängig annimmt und das System als ihren gemeinsamen Hintergrund konstruiert. Ich drehe diese Richtung um. Dass Du das für ungelöst hältst, liegt nicht an meinem Argument, sondern daran, dass Du es nicht in seiner eigenen Logik verfolgt hast.
Dein Exkurs zu E=mc² ist philosophisch unbrauchbar in diesem Kontext. Ob aus Licht makroskopische Materie hergestellt werden kann oder nicht, ist eine empirische Frage, die von der Analyse der Relationsstruktur physikalischer Gleichungen vollständig unabhängig ist. Dass Du beides verknüpfst, deutet darauf hin, dass Du zwischen der philosophischen Frage nach dem Status von Gleichheitszeichen in Transformationsgesetzen und physikalischer Machbarkeit nicht unterscheidest. Das sind kategorial verschiedene Ebenen.
Der Vorwurf, die „nicht-identische Identität“ tue „nichts“, kehrt Dein Unverständnis am deutlichsten heraus. Der kausale Kollaps der Faktorisierbarkeit in autokatalytischen Systemen ist genau der Mechanismus, der das „Tun“ leistet. Wenn Dir das wie ein sperriges Postulat vorkommt, dann weil Du den Begriff des nicht-faktorisierbaren Kausalraums nicht mitgehst, nicht weil er leer wäre.
Was Deinen Kommentar insgesamt kennzeichnet, ist ein Muster, das ich bei philosophischen Laien immer wieder beobachte: Du denkst nicht philosophisch, sondern logizistisch. Das heißt: Du prüfst, ob Terme konsistent angeschlossen sind, ob Schlüsse formal gelten, ob Begriffe widerspruchsfrei stehen. Das ist notwendig, aber nicht hinreichend. Philosophisches Denken beginnt dort, wo man fragt, ob die Kategorien selbst, mit denen man operiert, dem Gegenstand angemessen sind. Genau das tue ich, wenn ich die Unterscheidung zwischen Innen- und Außenperspektive nicht als gegeben nehme, sondern als konstitutionsbedürftig ausweise. Wer das als Verschiebung ins Antecedent liest, hat den Schritt von der Logik zur Philosophie noch nicht vollzogen.
Wolfgang
„Nicht nur, daß Du Reflexionsbegriffe (Kritikalität, Attraktor, Autopoiese, etc.) in die Vorbedingungen für Bewusstsein einschleust“
Und wo liegt das Problem? Es gibt eine Menge an Evidenz, die zeigt, dass Kritikalität ein zentraler Mechanismus im Gehirn ist, der mit Bewusstsein in Zusammenhang steht. Es ist längst kein abstraktes Konzept mehr, sondern ein nachgewiesenes Phänomen, das in vielen neuronalen Prozessen die Perception und behavior unterliegen eine Rolle spielt.
Du kämpfst wieder mit Federn statt mit echten und scharfen Schwertern. Mensch Heinz, kritisiere doch mal konkret am Thema und nicht vom Wolkenkuckucksheim herab.
Wenn es wirklich ums Thema ginge, dann würdest du diskutieren, ob und inwiefern die von Wolgang postulierten Mechanismen mit Bewusstsein im Zusammenhang stehen. Stattdessen hagelt die Kritik wieder von einer Metaperspektive herab die so weit vom eigentlichen Thema ist wie die Erde vom Mars.
Sorry Heinz, aber ich verstehe euch hier wirklich nicht mehr. WAS bezweckt man damit, wenn man die Diskussion immer weg vom Thema auf Grundlagendebatten legt?